Daewoo Nubira Station Wagon
Viel Kombi für wenig Geld
24. August 2004, 20:42Im Sog von General Motors fasst Daewoo in Europa wieder Tritt. Ein preisgünstiger Kombi ist der neuste Trumpf der Koreaner.
Vor zwei Jahren, da schien Daewoo am Ende. Nicht einmal 5000 Autos hatten die Koreaner bis zum Sommer 2002 in Europa absetzen können - dann griff GM ein. Mit Hilfe des weltweit zweitgrössten Autokonzerns schafften die Asiaten den Turnaround. Ein für die insgesamt arg gebeutelte Branche zu jenem Zeitpunkt ein spektakuläres Ereignis. Und für die neue Marke GM Daewoo eine entsprechend grosse Herausforderung.
Palette wird ausgebaut
Im Jahr darauf wurden weltweit 50 Prozent mehr Autos ausgeliefert, deutlich über eine halbe Million; nach Europa gingen 133 000 Neuwagen. Und in den ersten sechs Monaten dieses Jahres folgte auf dem alten Kontinent eine weitere Zunahme um 48 Prozent. Tendenz jetzt, im Juli und August: weiter steigend.
Ein wesentlicher Grund dafür ist die von GM forcierte, auf Europa (und dort im Besonderen auf die neuen EU-Mitgliedsstaaten) fokussierte Erweiterung der Daewoo-Modellpalette. Zwar sind der Matiz und der Kalos nach wie vor die meistverkauften Autos der Koreaner, aber die Kompaktklasse holt mächtig auf. Erst der flotte Lacetti als Fliessheck-Modell im Designlook von Giugiaro, jetzt der Nubira Station Wagon als durchaus trendiger Fünfplätzer mit viel Stauraum und beachtlicher Durchzugskraft (vorab im hubraumstärkeren Benziner) sollen das Image der Marke weiter verbessern und Daewoo zunehmend auch bei einer jüngeren Kundschaft bekannt und beliebt machen. Die Chancen stehen nicht schlecht. Dass Daewoo einen fünfplätzigen Kombi, dessen Stauraum sich durch Abklappen der Rücksitze von bereits beachtlichen 400 Litern auf über 1400 Liter vergrössern lässt und dessen 4-Zylinder-Aggregat mit 16-Ventil-Technik immerhin 109 PS leistet, für unter 20'000 Franken anbieten kann, ist doch sehr beachtlich.
Selbst in der Basisversion, dem 1600 SE, sind neben einem umfassenden Sicherheitspaket Komfortelemente wie Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, höhenverstellbares Lenkrad, elektrisch beheizbare Aussenspiegel und selbst das Gepäckraum-Abdeckrollo Serie. Selbst das Radio mit CD-Player ist bereits eingebaut. Das alles für 19'990 Franken Auf knapp 5000 Franken mehr kommt der Nubira Station CDX zu stehen, dessen 1.8-Liter-Benziner mit manueller 5-Gang-Schaltung zwar auch nur rund 7,5 Liter Benzin auf 100 Kilometer verbraucht, den 1300 Kilo schweren Kombi aber in 10,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt und eine Spitze von 194 km/h erreicht. Klimaautomatik, Kühlbox im Handschuhfach, Leichtmetallfelgen und Regensensoren komplettieren beim CDX eine Ausstattung, die kaum mehr Wünsche offen lässt. Für einen Preis von 24'950 Franken schon gar nicht.
Fazit: Die Koreaner bieten viel Kombi mit vorzüglichen Fahreigenschaften für nicht sehr viel Geld. (hw)
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