Cadillac & Corvette

Neuheiten aus USA: Escalade und Corvette

04. Oktober 2005, 22:45

Mit dem massigen Luxus-SUV Cadillac Escalade und der Corvette Z06 bietet General Motors der europäischen Kundschaft zwei typische Vertreter des American-Way-of-Drive an.

PS, Raum und Luxus à l'américaine: Luxus-SUV Cadillac Escalade. – Die Corvette bleibt der amerikanische Sportwagen par excellence.
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Von Klaus Schumacher, Gstaad

Gemeinhin tragen die Produkte der GM-Spitzenmarke Cadillac drei Versalien im Typenschild. So der STS, der CTS, der SRX, der XLR oder auch der im nächsten Frühjahr erscheinende BLS, das Einstiegsmodell in die Cadillac-Limousinenwelt.

Nach ein paar Einführungsjahren auf dem nordamerikanischen Markt wird nun auch der mit magistralen Aussenmassen (5,05 m lang, 2,0 m breit, 1,89 m hoch) anrollende Escalade hier zu kaufen sein. Dabei sollte man die Übersetzung des Namens «Escalade» (Ersteigung mit Sturmleitern; in Genf zudem ein Volksfest mit historischem Hintergrund) nicht allzu ernst nehmen. Allerdings erfordert das Erklimmen der Sitze des als Sechs- oder Siebenplätzer angebotenen Fünftürers schon ein gewisses Mass an Körpergrösse und athletischer Beweglichkeit.

Mit grosser Kelle angerichtet

Damit der Escalade selber auch höhere Sphären erklettern kann, ist er permanent über alle vier Räder angetrieben, 60% der Kraft hinten, 40% vorne. Auch das Innenleben des SUV (Sports Utility Vehicle) entspricht amerikanischen Autoidealen. So wie jenseits des grossen Teiches an der Tanksäule grosszügig mit Gallonen (3,81 Liter) gerechnet wird, so voluminös geben sich die Schalter, Hebel und Bedienungsknöpfe im neuen Cadillac. Das Vierstufen-Automatikgetriebe samt Overdrive-Funktion wird über einen Hebel am Volant zur gewünschten Fahrstufen geführt – was an die Lenkradschalthebel früherer Zeiten erinnert. Echte Walnussholzapplikationen an Türen, Armaturenbrett und Mittelkonsole kontrastieren mit dem grossflächig verwendeten Kunststoff. Ein leistungsstarkes Soundsystem des Spezialisten Bosé sorgt für eine veritable Konzertsaal-Atmosphäre, und die schnell ansprechende Dreizonen-Klimaanlage (vorne rechts und links sowie im Fond) garantiert die gewünschten Wärme- oder Kühlegrade. Die Pedale lassen sich elektrisch individuell einstellen, ebenso die Vordersitze.

Mit 345 PS verwöhnt

Wer 2,5 Tonnen Eigengewicht zu bewegen hat und bis zu 3,5 Tonnen Nutzlast anhängen darf, muss unter der imposanten Motorhaube etwas zu bieten haben. Die brabbelnden Achtzylindertöne kommen von einem Sechsliterbenziner mit 345 PS Leistung und einem maximalen Drehmoment von 515 Newtonmeter.

Damit liesse es sich ganz gut leben. Wenn nur die Lenkung deutlich präziser arbeiten würde und wenn eine härtere Fahrwerksabstimmung die Wankbewegungen des hohen Aufbaus auf das Niveau vergleichbarer europäischer SUV reduzieren würde.

Nach dem Benzinkonsum des Escalade wird kaum jemand fragen, der bereit ist, für den typischen Amerikaner 97 950 Fr. zu zahlen. Die Verkaufsanstrengungen fokussieren sich denn auch auf die Liebhaber dieser exklusiven Spezies von Mobilität.

Der Mythos Corvette lebt weiter

Sich über die Aura der Corvette (früher Chevrolet Corvette genannt) auszulassen, hiesse Autos nach Detroit zu tragen. Die im Januar dieses Jahres vorgestellte sechste Generation präsentiert sich erstmals in der Corvette-Historie nicht mit aufklappbaren Scheinwerfern.
Die leistungsstärkste Variante, Z06, unterscheidet sich äusserlich durch eine schmale Lufteinlassöffnung zwischen Motorhaube und Markenlogo sowie spezielle Leichtmetallräder. Innen bietet sie stärker konturierte Sitze mit farblich abgesetzten seitlichen Polsterungen und statt eines Vier- ein Dreispeichenlenkrad samt Pedalen aus Aluminium mit Gummiauflage.
Die motorische Basis des nur als Coupé verfügbaren Z06 bildet jener 6,0-Liter-V8-Small-Block, der in der Corvette C6 404 PS aktiviert, für die Topversion Z06 aber auf 512 PS hochgefahren wurde. Dies verschafft dem Fahrer, so die Gelegenheit gegeben ist, die Möglichkeit, den 1420 kg schweren Sportler aus dem Stand in weniger als vier Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen. Die Tachonadel verharrt erst jenseits der 300-km/h-Grenze.
Die inzwischen auch ausserordentlich guten Fahreigenschaften (das war lange nicht immer so) bietende Corvette wird in der leistungsoptimierten Version ungefähr 110 000 Franken kosten. Angesichts dieses Leistungsspektrums ist das ein durchaus fairer Preis für das besondere Gesicht amerikanischer Autobaukunst. (ks)

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