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Lexus GS 300/430

Zwischen Schlichtheit und Eleganz

17. Mai 2005, 03:00

Toyotas noble Tochter Lexus greift nach Premiumsternen. Die dritte Generation des GS 300/430 glänzt mit Technik, Qualität und einem emotionalen Design.

Eigene Formensprache, Komplettausstattung und nobles Interieur: Lexus GS.
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Von Klaus Schumacher, Nizza

Allein die Image-Aura verhinderte bis anhin - zumindest in Europa - grössere Absatzzahlen. Immerhin 25 000 Einheiten wurden unter der Marke Lexus im vergangenen Jahr verkauft. Mit prall gefüllter Kriegskasse und unerschütterlichem Selbstvertrauen aber steigert Lexus kontinuierlich seinen Bekanntheitsgrad im Kreise der weltweit eher dünn angesiedelten Anbieter von Premiumprodukten.

Beim neuen Lexus GS 300/430 sagten sich die Japaner sogar von italienischer Designhilfe los. So entstand, mit unwesentlich gestreckten Aussenmassen, das erste Produkt nach der neuen Lexus-Formphilosophie. L-finesse heisst sie und setzt ebenso elegante wie schlichte Linien über die Aussenhaut in den Innenraum um. Optisch nicht nur wegen der Ausgewogenheit und der Balance eine Augenweide, auch wegen der Eigenständigkeit im Auftrittsbild.

Wobei nicht zu vermeiden ist, dass sich immer irgendwo etwas ähnlich sieht. Im Segment der Mercedes-E-Klasse, der 5er-Reihe von BMW und dem Audi A6 möchte das aktuelle Lexus-Produkt Fuss fassen. Vergleiche braucht der dynamische Viertürer nicht zu scheuen.

Verarbeitungsqualität tadellos

Dabei ist jedes Detail ein bestätigtes Versprechen für langlebige Premium-Qualität. Schon beim satten «Blobb» der sanft zugestossenen Türen spürt man den höchstmöglichen Verarbeitungsstandard. Technisch zeigen die Lexus-Ingenieure der europäischen Konkurrenz, wie man eine die Karosserie verunzierende GPS-Antenne, Armaturenträger und inneren Rückspiegel unauffällig integriert.

Aber wo bleiben beispielsweise die Siebengang-Automatik (Mercedes-Benz), der die Mittelkonsole frei machende Gangwahlhebel am Lenkrad (BMW/Mercedes-Benz) oder das iDrive-Bedienungssystem (BMW/Mercedes S-Klasse)? Die Antwort der Lexus-Verantwortlichen ist so simpel wie plausibel: Sie setzen derartige Systeme serienmässig erst ein, wenn sie sie für genügend ausgereift halten.

Der fünf Personen Wohnzimmerqualität bietende Innenraum (Kofferraum 430 l) ist mit Holzdekor verziert. Edles Furnier, versteht sich, nicht etwa Plastik mit Maserung. Die drei grossen Rundinstrumente sind dank elektrochromatisch beschichtetem Glas bei unterschiedlichsten Lichtverhältnissen ausgezeichnet ablesbar. Keine Designexperimente, sondern Fortschritt durch Technik. Die Bedienungselemente zum Justieren der Aussenspiegel wurden in einem aufklappbaren Fach neben dem elektrisch höhen- und tiefenverstellbaren Lenkrad untergebracht. Man braucht sie ja eh recht selten.

Sicherheitstechnik auf hohem Niveau

Dass die Lexus-Verantwortlichen in Bezug auf aktive und passive Sicherheit höchsten europäischen Ansprüchen genügen wollen, beweisen sie mit dem GS an vielen Fronten. So mit fünf Sternen im Euro-NCAP-Crashtest, mit Airbags, die nicht nur die oberen Extremitäten schützen, sondern auch die fragilen Knie. Die vorderen Stossfänger und die Motorhaube sind auf ein Höchstmass an Fussgängerschutz ausgelegt. Der hubraumstärkere GS (430) verfügt über ein neuartiges Fahrdynamik-Management, welches alle Fahrsicherheitssysteme (ABS, ESP usw.) harmonisch zusammenführt und im Notfall sogar aktiv Eingriff auf die Lenkung nimmt. Zudem bietet er die Wahl, per Knopfdruck, zwischen zwei Dämpferabstimmungen. Ansonsten ist alles mit an Bord, was gut und sicher macht, wie das dynamisch geregelte Kurvenlicht oder auch ein Pneudruck-Warnsystem.

Motoren mit viel Laufruhe

Egal, für welche Antriebsquelle man sich entscheidet: Freude kommt spontan auf. Dabei ist der Dreiliter-V6 ebenso eine Neuentwicklung wie die einen gegenüber dem Vorgänger um fünf Zentimeter (auf 2,85 m) verlängerten Radstand aufweisende Plattform. Satte 30 PS mehr leistet der kleinere der beiden Benziner jetzt. Überarbeitet wurde der 4,3-Liter-V8, der bei unveränderter Leistung durch einen höheren Anteil an Aluminium 40 kg weniger wiegt und mit gezügeltem Treibstoffverbrauch antritt. Beide Aggregate zeichnen sich durch souveränen Antritt wie auch durch ein kaum zu überbietendes Mass an Laufkultur aus.

Dank vorbildlicher Schalldämmungsmassnahmen können Gespräche auch bei hohen Tempi im Normalton geführt werden - oder man lässt sich von der Stereoanlage verwöhnen. Mit dieser Art von Premium-Verständnis wird es der Lexus in Europa noch weit bringen.

Steckbrief

Marke/Modell: Lexus GS 300/430, viertürige Stufenhecklimousine der oberen Mittelklasse.
Motoren/Leistung: Benziner V6 (249 PS), V8 (283 PS).
Antrieb: Hinterradantrieb, elektronisch gesteuerte 6-Stufen-Automatik (hydrodynamischer Drehmomentwandler und Wandlerüberbrückungskupplung) mit sequenziellem Schaltmodus.
Fahrleistungen: GS 300 0-100 km/h in 7,2 Sek., Spitze 240 km/h. GS 430 0-100 km/h in 6,1 Sek., Spitze 250 km/h (elektronisch abgeregelt).
Verbrauch: GS 300 9,8 l/100 km, GS 430 11,4 l/100 km. Schadstoffausstoss 232/269 g/km. EU-Norm 4.
Preise: GS 300 Business 65'800 Fr. GS 300 Edition (Leder usw.) 72'500 Fr. GS 300 Limited (Leder, GPS usw.) 80'900 Fr. GS 430 95'200 Fr. Optionen: gläsernes Schiebe-Hebe-Dach 1790 Fr. und Adaptiver Tempomat mit radargesteuertem Pre-Crash-Sicherheitssystem 4980 Fr.

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