Jeep Grand Cherokee
Die Legende lebt
24. Mai 2005, 05:00Seine Geländegängigkeit ist längst nicht mehr ein exklusives Markenkennzeichen. Doch auch der neue Grand Cherokee setzt die Jeep-Legende fort - mit intakten Zukunftschancen.
Auf schwieriges Terrain - wortwörtlich gemeint - wagen sich viele andere Autohersteller auch. Es gibt ja kaum mehr ein SUV-Modell, dessen Geländegängigkeit dank 4×4-Antrieb nicht herausgestrichen wird, auch wenn sich der Einsatz des Autos dann meist auf die Fahrt von der Agglomeration in die Stadt beschränkt. Von der Reise in die Winterferien oder zum Picknick am Fluss einmal abgesehen.
Als der Jeep vor 60 Jahren, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, zivil wurde, nannte man die ersten Nachfolger dieses robusten, allwettertauglichen Fahrzeugs, das sich auch abseits von Wegen und Strassen überall zurechtfand, schlicht Geländewagen. Zuschaltbarer Allradantrieb, Sperrdifferenzial und Untersetzung, das waren die Stichworte.
Das Image bleibt erhalten
Komfort? Davon war lange nicht die Rede. Ist es heute aber, da selbst an einen Jeep, zumal von einem Haus wie DaimlerChrysler produziert, gleich hohe Ansprüche im Onroad- wie im Offroad-Bereich gestellt werden. Und erfüllt werden. Das Besondere am neuen Jeep Grand Cherokee, wie er in der Schweiz in diesen Tagen auf den Markt kommt, ist indes, dass er all jene noch immer zu begeistern vermag, die in ihm den klassischen Allesüberwinder sehen. Leute, für die in einem Jeep ein Verteilgetriebe mit Geländegang und 100-Prozent-Differenzialsperren nach wie vor unverzichtbar sind.
Offensichtlich sind es nicht wenige: Im vergangenen Jahr hat DaimlerChrysler in der Schweiz von der auslaufenden zweiten Grand-Cherokee-Generation noch immer 450 Exemplare verkauft - im Vergleich zu den Neuheiten Volvo XC90 und VW Touareg (je 1600), dem BMW X5 (1400) und der neuen ML-Klasse von Mercedes (700) eine stolze Zahl. Mit dem Modell 2005 erhofft sich der deutsch-amerikanische Konzern eine Verdopplung der letztjährigen Verkaufszahl: Ziel für die Schweiz sind 900 Grand Cherokee.
Elektronik löst Mechanik ab
Ein Ziel, für das DaimlerChrysler viel unternommen hat. Nach nunmehr sechsjähriger Laufzeit der zweiten Generation ist der Grand Cherokee von Grund auf erneuert worden. Selbst die Ur-Offroader-Eigenschaften, und damit das, was einen richtigen Jeep ausmacht, sind nicht unangetastet geblieben. So erfolgt die Steuerung des zentralen und der beiden Achsdifferenziale nicht mehr mechanisch, sondern elektronisch. Das mag einem gewissen Nervenkitzel entgegenwirken, dürfte in schwierigem Gelände aber schnell der Bewunderung weichen.
Denn die Elektronik arbeitet nicht nur situationsgerechter, sie reagiert auch ungleich schneller und präziser. So sperrt Quadra Drive II, wie DaimlerChrysler seine ausgeklügelte Neukonstruktion nennt, in entscheidenden Situationen alle Differenziale zu 100 Prozent, was optimale Traktion garantiert. Quadra Drive dürfte zusammen mit dem Terrain-Response-System von Land Rover zurzeit wohl das Beste sein, was diesbezüglich auf dem Markt ist.
Auf der Strasse allerdings, im On-Road-Bereich, fährt sich der neue Grand Cherokee kaum weniger kultiviert wie jene SUV (Sport Utility Vehicles), die trotz Allradantrieb kaum mehr auf Einsätze in gröberem Gelände ausgelegt sind. Trotzdem stellen diese für den Grand Cherokee eine wachsende Konkurrenz dar. Dem galt es zu begegnen.
Stabilitätskontrolle und Ledersitze
So kommt erstmals bei einem Jeep das elektronische Stabilitätsprogramm ESP zum Einsatz, die neu konstruierte Vorderachse mit Einzelrad-Aufhängung sorgt für perfekt kontrollierte Lenkung, ein Anti-wanksystem lässt einen Stabilität, aber auch Komfort weit deutlicher spüren als zuvor. Und natürlich lässt das Interieur, etwa mit einer in edlem Holz eingelegten Mittelkonsole, kaum mehr etwas zu wünschen übrig. Genauso wie die Ledersitze. Mercedes lässt grüssen.
Aus Stuttgart stammt auch einer der beiden neuen Motoren, der 3,0-Liter-V6-Turbodiesel, der 218 PS leistet und dessen maximales Drehmoment von 510 Newtonmetern bereits ab 1600 U/min anliegt. Die Amerikaner lassen erstmals ein Hemi-Aggregat in einem Jeep zum Zug kommen, den 5,7-Liter-V8 aus dem Chrysler 300C. Dem potenten Achtzylinder mit 326 PS nimmt selbst eine maximale Anhängelast von 3500 Kilo kaum viel von seiner Wucht und seinem Durchzugsvermögen. Der dritte Motor, der 4,7-Liter-V8-Benziner (231 PS), stand schon bisher im Programm.
Gut ausgestattete Basisversion
In der Schweiz kommt die dritte Generation des Jeep Grand Cherokee im Juni mit den beiden V8-Benzinern auf den Markt, der Sechszylinder-Diesel folgt im August. Die Preise: 61'900 Fr. für den 4,7-Liter-V8, 62'950 Fr. für den 3,0-V6-Diesel und 79'900 Fr. für den 5,7-Liter-V8 Hemi. Diese Preise gelten für die (üppig dotierte) Basisausführung Laredo. Der Aufpreis für die Version Limited beträgt bei allen drei Motorisierungen 8000 Fr.
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