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Range Rover Sport

Sport-Range lässt Rekorde purzeln

31. Januar 2006, 14:54

30 000 verkaufte Range Rover Sport in sechs Monaten: Mit der neuen Modellreihe bricht Land Rover weltweit Rekorde. Auch in der Schweiz fahren die Briten auf der Überholspur.

Supercharged: In seiner stärksten Ausführung leistet der erfolgreiche Range Rover Sport 390 PS.
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Von Dieter Liechti

Range Rover? Mit diesem Markennamen assoziierten Autofahrer bis vor ein paar Monaten in erster Linie Noblesse, Luxus und eine erstklassige Geländetauglichkeit. Sport? «No Sport, we’re british», hiess es lange Zeit auf der Insel, während Porsche Cayenne, VW Touareg, Mercedes ML, BMW X5 und Co. dem immer grösser und teurer werdenden Range Rover munter das Heck zeigten.

Vergangenheit. Mit dem Range Rover Sport hat die Ford-Tochter Land Rover im Sommer 2005 eine fünfte Modelllinie gestartet und dem Konzern überlebenswichtiges neues Leben eingehaucht. Mit 185 120 verkauften Autos steigerten die Briten das Vorjahresergebnis um 14% und erreichten – in einem nach wie vor sehr schwierigen Umfeld – das beste Ergebnis aller Zeiten. Mit 30 356 verkauften Range Rover Sport schaffte der Neuling auf Anhieb den Durchbruch und übertraf die kühnsten Erwartungen. Auch in der Schweiz, wo die budgetierten 450 Bestellungen für 2005 mit 850 Bestellungen fast verdoppelt worden sind. «Die Nachfrage ist ungebremst hoch», bestätigt Mediensprecherin Karin Held von Jaguar Land Rover Schweiz. «Wer jetzt einen Range Rover Sport bestellt, muss sich ein halbes Jahr gedulden, denn die Produktion ist völlig ausgebucht.» Von den bisher in der Schweiz ausgelieferten 374 Range Rover Sport laufen 210 Exemplare mit dem Supercharged-Motor (390 PS/ab 115 400 Franken) und 126 mit dem 2,7-Liter-Diesel (190 PS/ab 79 200 Franken). Karin Held: «Der Trend zum Diesel hält weiter an.»

Elf internationale Awards gewonnen
Der Neuling, der seit Juli 2005 unterwegs ist, punktet aber nicht nur beim Publikum, sondern auch bei der internationalen Fachpresse. Seit seiner Lancierung im vergangenen Jahr hat der Range Rover Sport ein Dutzend internationale Auszeichnungen gewonnen. Die letzte im Dezember, als das britische BBC-Magazin «Top Gear» den neuen Range Rover zum «SUV of the Year» krönte. «Das war eine klare Sache», sagte BBC-Journalist Michael Harvey. «Denn BMW und Porsche machen grossartige Sportwagen, von denen der eine oder andere jetzt ein bisschen wie ein SUV aussieht. Aber Land Rover hat schon immer nur grossartige SUVs gebaut, und einer von denen läuft jetzt wie ein BMW oder ein Porsche.» «Solche Auszeichnungen sind hervorragend fürs Selbstbewusstsein und motivieren die Leute, die diese Autos bauen», freut sich Land Rover Managing Director Matthew Taylor über die Titel und die Erfolge an der Verkaufsfront. «Denn der Range Rover Sport war unser erstes neues Modell seit 1997 und wegweisend für die Zukunft.» Der Erfolg des Range Rover Sport basiert auf den ersten Blick auf einer sehr simplen Formel: Mehr Leistung für weniger Geld und ein neues Outfit. Das mit dem Outfit haben die modebewussten Briten gut geschafft, und im Vergleich mit dem kantigen Land Rover Discovery 3 oder dem Ur-Range-Rover wirkt der Sport tatsächlich wie ein durchtrainierter Sportler. «Wir wollten ein ganz klares Statement machen», so Designer Richard Woolley, der den Range Rover Sport entworfen hat. «Denn Sportlichkeit gehörte bisher ja eher nicht zu unseren Markenwerten.» Aber die Vorherrschaft im Gelände. Und diese wollte Land Rover trotz Sportfelgen und tiefen Schürzen nicht abgeben.
Brachiale Gewalt auf der Strasse
Dank Terrain Response, der ausgeklügelten Allradtechnik die auch im Discovery 3 ihre Dienste leistet, ist auch der Sport ein erstklassiger Geländewagen; ein Range Rover durch und durch. Das Terrain-Response-System stimmt Motor, Getriebe, Elektronik, Differenziale und Luftfederung vollautomatisch auf die fünf verschiedenen Einsatzgebiete ab – der Fahrer muss sich nur noch für das jeweils passende Fahrprogramm entscheiden: Strasse, Sand, Gras/Schnee, Schlamm oder Felsen.

Wählt der Fahrer eines Range Rover Sport Supercharged das Programm Strasse und gibt dem Briten die Sporen, so bleibt ihm kaum Zeit fürs Staunen: Die 390 PS des 4,2-Liter-V8 mit Kompressor katapultieren die mehr als 2,5 Tonnen des Sport-Range mit brachialer Gewalt nach vorne. Die Fuhre erreicht in weniger als acht Sekunden Tempo 100, giert nach der nächsten Kurve wie ein rassenreiner Sportwagen und soll auf der Autobahn Tempo 225 laufen.

Das sind 105 Stundenkilometer oder 87,5 Prozent mehr, als auf Schweizer Autobahnen erlaubt sind. Im etwa gleichen Rahmen verhält es sich mit dem Benzinverbrauch: Wer den Supercharged zu sportlich bewegt, wird die 20-Liter-Marke deutlich übertreffen – und das ist in der heutigen Zeit unanständig viel.

Wer den Range Rover Sport mit gutem Gewissen fahren will, der wählt den Turbodiesel. Der hat mit Sport zwar recht wenig am Hut, aber dafür schont er die Umwelt und das Portemonnaie.

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