Eine Tastatur sollte kein Biotop sein
12. September 2005, 23:09Sie beherbergt im schlimmsten Fall mehr Bakterien als eine Toilette: Ohne Pflege verkommt eine PC-Tastatur leicht zum ekligen Biotop.
Fachleute sprechen vom SAU, dem «schmutzigsten anzunehmenden Utensil». Anwärter auf diesen Titel in der Kategorie Haushalt sind nebst der Toilette (die oft sauberer ist als ihr Ruf), Handtücher und nicht zuletzt die Tastaturen und Mäuse von Computern. Hand aufs Herz: Waschen Sie sich jedes Mal die Hände, bevor sie in die Tasten hauen? Eben.
Problematisch kann die PC-Hygiene dort werden, wo viele Leute denselben Computer benutzen, an Flughäfen, in Büros oder Schulen. Keime überleben auf einer Tastatur nicht sonderlich lange, aber ein paar Stunden Lebensspanne reichten aus, um 500 Studenten einer Universität in New Hampshire auf diesem Weg eine Bindehautentzündung zu verpassen. In Spitälern und Labors, wo besonders hohe Ansprüche an die Hygiene gelten, kommen deshalb auch speziell dafür gemachte Tastaturen zum Einsatz.
Zu Hause ist die Situation nicht ganz so prekär, da jene Personen, die sich allenfalls den PC teilen, daneben auch Handtücher und Türklinken gemeinsam nutzen. Doch selbst wenn man seinen Computer nur ganz alleine nutzt, sollte man sich gelegentlich der Reinigung von Tastatur und Maus widmen. Denn nebst Ekel drohen durch Staub und Haare mit der Zeit auch technische Fehlfunktionen.
Wenn der Kaffee kippt
Wer seinen Kaffee schwarz trinkt, ist im Vorteil, falls er ihn über seine Tastatur kippt. Denn Wasser und Kaffee alleine richten kaum Schaden an, falls man sofort reagiert: Tastatur ausstecken (bei drahtlosen Geräten Batterien herausnehmen), so gut es geht abwischen und dann umgekehrt auf ein Tuch oder Haushaltspapier legen und trocknen lassen. Nichts verloren haben feucht gewordene Geräte im Backofen oder in der Mikrowelle. Wer ungeduldig ist, kann mit dem Föhn etwas nachhelfen, doch dabei ist Vorsicht geboten, denn auch dessen Hitze kann Schaden anrichten.
Milch und Zucker im Kaffee verschlimmern die Sache, deshalb sind auch Orangensaft oder Cola wenn immer möglich fern von Tastatur und Maus zu platzieren. Cola wirkt zudem leicht ätzend, weshalb man damit besonders vorsichtig umgehen sollte. Passierts dann trotzdem, so ist man froh um eine abwaschbare Tastatur (bitte Herstellerhinweise beachten), wobei abwaschbar heisst, man kann sie kurz unter der Duschbrause oder dem Wasserhahn abspülen, nicht aber in den Geschirrspüler stecken.
Putzteufel finden im Fachhandel für ihren Computer eine ganze Palette an speziellen Reinigungsutensilien. Die reichen von der Latex-Schutzhülle über dezidierte Reinigungstücher und -mittel bis hin zu Druckluftdosen und Staubsaugeraufsätzen – in Hygiene lässt sich bekanntlich beliebig viel investieren. Ab einem bestimmten Punkt lohnt sich dann allerdings schon bald eine neue Tastatur. Für ein Minimum an Reinlichkeit sollte folgendes Vorgehen ausreichen:
- Ausschütteln: Die Tastatur gelegentlich umdrehen und schütteln, am besten über einer alten Zeitung.
- Ausblasen: Am besten im Freien, Druckluftdosen mit einem Plastikröhrchen kommen in die Spalten zwischen den Tasten.
- Abwaschen: Gewöhnliches Abwaschmittel und ein feuchter (nicht nasser) Lappen genügen. Eventuell reicht sogar warmes Wasser.
-
Staubsaugen:
Mit dem Bürstenaufsatz des Staubsaugers vorsichtig (also mit genügend Abstand) absaugen. Aufgepasst bei lockeren Tasten. Es gibt Keyboards, deren Tasten sich gemäss Hersteller zum Reinigen leicht abnehmen und wieder aufstecken lassen.
Das ist jedoch nur etwas für Bastler. Wem das alles nicht reicht, der schafft sich beim nächsten Kauf eine antibakterielle Tastatur an, in deren Kunststoff ein entsprechendes Mittel eingearbeitet wurde. Die gibt es beispielsweise bei:
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