Texten mit der Word-Alternative

14. März 2005, 20:36

Abiword ist eine kostenlose, übersichtliche Alternative zu Microsofts Textverarbeitung für Windows- und Mac-Benutzer.

Abiword ist Textverarbeitung ohne Schnickschnack.
Abiword ist Textverarbeitung ohne Schnickschnack.
Von Matthias Schüssler

Die ganze textverarbeitende Welt ist von Microsoft Word besetzt. Fast die ganze – denn seit drei Jahren gibt es eine kleine, feine Alternative zu Bill Gates’ omnipräsentem Schreibprogramm: Abiword ist ideal für Leute, die «einfach nur schreiben» wollen.

Diese Textverarbeitung ist im Vergleich mit Word zwar geradezu spartanisch. Freilich gehen Abiword vor allem Funktionen ab, die bei den meisten Anwendern selten bis nie zum Einsatz kommen. Der bekannte Werbeslogan für ein Kleinstauto «reduce to the max» passt auch bestens zu dieser smarten Anwendung: Schnickschnack fehlt, aber die wesentlichen Funktionen sind vorhanden. Man kann mit Abiword Texte schreiben und formatieren, Tabellen setzen und Bilder ins Dokument einfügen. Abiword markiert Rechtschreibfehler auf Wunsch während der Eingabe, kann Kopf- und Fusszeilen und Fussnoten verwalten, fügt Querverweise ein und generiert automatische Inhaltsverzeichnisse oder Serienbriefe. Dass Abiword keinen Thesaurus in Deutsch enthält, werden indes manche Anwender bedauern; zum Beispiel notorisch synonymenhungrige Journalisten. Einige Funktionen (eine Scripting-Möglichkeit, ein Übersetzungsmodul und der englische Thesaurus) können über so genannte Plug-ins nachgerüstet werden.

Schlank genug für den USB-Stick

Als aufs Wesentliche reduziertes Programm belegt Abiword nicht einmal neun Megabyte auf der Festplatte und viel weniger Arbeitsspeicher als Word. Bei Bedarf kann man Abiword auch ohne Installation zum Beispiel direkt von einer CD-ROM oder einem USB-Medium starten – so hat man nicht nur wichtige Texte, sondern auch die Textverarbeitung mit dabei.

Mit Abiword lassen sich Microsoft-Word-Dokumente öffnen und bearbeiten. Natürlich reicht die Unterstützung für Word-Dokumente nur so weit, als dass die verwendeten Funktionen in Abiword vorhanden sind. Für durchschnittliche Dokumente stellt das keine Einschränkung dar. Dafür geniessen Abiword-Anwender mehr Sicherheit: Die mitunter in Word-Dokumenten enthaltenen Viren werden nicht aktiv, wenn ein Dokument mit Abiword geöffnet wird.

Abiword gibt es seit wenigen Wochen auch auf Apple-Computern: Die Version 2.2 ist als natives OS-X-Programm verfügbar, was bedeutet, dass man nicht mehr den mühsamen Weg über X11 nehmen muss, um die Textverarbeitung zu nutzen.

Abiword ist in einer Reihe von Sprachen erhältlich, unter anderem in Deutsch oder Französisch. Um das Programm in Deutsch und mit schweizerdeutscher Rechtschreibung zu benützen, ist bei der Installation darauf zu achten, dass beim Schritt «Komponenten auswählen» die Option «German: Primary components» angekreuzt ist. Bei «Download optional dictionaries» muss dann «de-CH Swiss» angekreuzt werden.

Abiword ist ein OpenSource-Projekt, das von einer Hand voll Programmierern entwickelt wird – für das Allgemeinwohl und zur freien Verfügung. Die Textverarbeitung darf von jedermann kostenlos genutzt werden.

www.abiword.org

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