Microsoft schnappt Apple ein Patent für den iPod weg

22. August 2005, 22:38

Ein Patent für das Interface des MP3-Players geht an die Konkurrenz – Apple hatte die Anmeldung verschlafen.

Peinliche Panne bei Apple: Drei Jahre lang hat der iPod-Hersteller versucht, die Benutzeroberfläche der Software auf dem iPod zu patentieren. Vergangene Woche allerdings wurde bekannt, dass das betreffende Patent dem Rivalen Microsoft zugesprochen wurde. Microsoft hatte ihr Patent fünf Monate früher angemeldet - allerdings erst ein halbes Jahr nachdem der iPod auf dem Markt war. Die Ingenieure bei Apple hatten es unterlassen, die Softwareoberfläche mit den hierarchischen Menüs rechtzeitig als eigene Idee beim Patentamt anzumelden. Ob und wie sehr das von Microsoft angemeldete Patent vom iPod «inspiriert» war, ist Spekulation.

Der Schaden für Apple dürfte sich, abgesehen von leichten Kratzern am Image, in Grenzen halten. Zwar kursieren Gerüchte, dass Microsoft pro iPod bis zu 10 Dollar Lizenzgebühren fordern könnte, doch so weit wird es wahrscheinlich nicht kommen.

Der iPod-Hersteller hat angekündigt, das Microsoft zugesprochene Patent anzufechten. Des Weiteren kann Apple weiterhin versuchen, ein eigenes Patent anzumelden, welches das iPod-Softwareinterface schützt, ohne jenes von Microsoft zu verletzen. Zudem besteht zwischen Apple und Microsoft ein so genanntes Cross-Licencing-Abkommen, das es beiden erlaubt, vom anderen Unternehmen patentierte Ideen zu verwenden, ohne dass gegenseitig finanzielle Ansprüche gestellt werden. Es ist denkbar, dass eine solche Abmachung auch für das besagte iPod-Patent zu Stande kommt.

Möglich ist sogar, das keine der beiden Firmen am Schluss das Patent bekommt. Denn gemäss US-Recht kann man eigene Ideen nur anmelden, bevor man mit dem Verkauf startet, und es lassen sich keine Ideen patentieren, die bereits jemand anders umgesetzt hat.

Der iPod als Ganzes ist ausserdem durch eine Reihe weiterer Patente, die Apple hält, geschützt, etwa für das typische Klickrad.

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