Wirtschaft

Mit Swissquote gewinnt ein hoch stehender Allrounder

23. Juli 2007, 05:00

Synthesis Bank setzt auf tiefe Courtagen, andere auf günstige Depots. Doch Gesamtsieger ist Swissquote mit dem beste Preis-Leistungs-Verhältnis. (Teil 2.)

Von Andreas Valda

Unter den 11 getesteten Online-Börsenhandelsangeboten ergibt sich eine klare Rangierung. Dies zeigt der Preisvergleich zusammen mit dem Leistungsvergleich (TA vom letzten Montag):

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Swissquote (Note 4,4 auf einer Skala von 5) gewinnt knapp vor Tradejet, E-Sider und Trading Floor (je Note 4,3). Trade-Net belegt Rang 5. Alle fünf Anbieter sind empfehlenswert.

Günstig, aber einfach: Yellowtrade (6. Rang) und Migrosbank (7. Rang) bieten ein Minimum an Leistung, sind aber preiswert und geeignet für Anwender, die selten handeln.

Gut, aber teuer: UBS (8. Rang) bietet einen qualitativ guten, aber doch teuren Service. Etwas für Vermögende.

Zu wenig fürs Geld: Die Zürcher Kantonalbank, die Bank Coop und die Credit Suisse liegen auf den letzten 3 Rängen. Sie leisten zu wenig oder sind zu teuer. Bei der ZKB drängt sich eine Renovation des Internetauftritts auf. Die Bank Coop sollte den Leistungsumfang erhöhen. Und die Credit Suisse täte gut daran, die Tarife zu revidieren. Bei der Bank Coop sind die Tarife per 1. Juli bereits gesenkt worden. «Zudem wird der Zugang zu mehreren ausländische Börsen in den nächsten Monaten aufgeschaltet», sagt denn auch ihr Sprecher Michael Baumgartner.

Um die Gesamtbewertung genau zu verstehen, lohnt sich ein tieferer Blick auf den Preisvergleich. Die Genfer Synthesis Bank verlangt mit ihrem Handelsangebot Trading Floor 18 Franken Courtage pro Auftrag an der Schweizer Börse. Zum Vergleich: Tradejet verrechnet minimal 30 Franken, Yellowtrade, E-Sider, Swissquote und UBS 35 Franken, die Migrosbank und Bank Coop je 40 und die CS gar 55 Franken. Die Zahlen erklären einen Teil des Resultats im Preisvergleich: Trading Floor ist am günstigsten, Credit Suisse am teuersten.

Die Preisrangliste berechnet sich aus 10 Käufen und Verkäufen. Er schliesst neben den reinen Courtagen auch die Depotgebühren ein. Auf Grund des Tests sind 4 Preisklassen auszumachen: Discounter, günstige, teure Anbieter und sehr teure.

Discounter: Trading Floor ist der Billiganbieter unter den Börsenhandelsangeboten. Nicht nur in der Schweiz sind seine Courtagen am günstigsten. Auch im Ausland verlangt er rekordverdächtige Tarife. In dieser Stichprobe kommt beispielsweise der Verkauf von Apple-Aktien oder Ishares-ETF in New York auf je 18.75 Franken zu stehen. Der Kauf von BP-Aktien in London kostet 24.40 Franken. Grossbanken verlangen fürs Gleiche dagegen um die 80 Franken (siehe Tabelle).

Günstige Anbieter: Tradejet, E-Sider und Yellowtrade bewegen sich preislich auf gleichem Niveau. Ein wenig teurer sind Trade-Net, Migrosbank und Swissquote. Ihr Resultat bewegt sich im Preisvergleich zwischen 290 und 355 Franken.

Teure Anbieter: Bank Coop, UBS und die ZKB verrechnen fast doppelt so viel im Vergleich zu den Anbietern des günstigen Mittelfelds. Ihr Resultat bewegt sich zwischen 640 und 730 Franken.

Sehr teure Anbieter: Die Credit Suisse verrechnet Courtagen und Depotgebühren deutlich über dem Durchschnitt der Konkurrenz. Mit fast 1000 Franken belegt die Grossbank den letzten Rang.

Absolute Aussagen darüber, wer der Günstigste und Teuerste ist, gibt es in dieser Branche nicht. Denn die Tarife sind ab einer gewissen Grenze volumenabhängig, und jeder Anbieter hat seine eigene Skala. Trade-Net etwa verlangt bei kleinen Umsätzen eine günstige Minimalcourtage von 20 Franken. Doch der Tarif steigt bereits ab 3000 Franken pro Auftrag um ein Viertelprozent an. So beträgt die Courtage bei 9000 Franken zum Beispiel bereits 35 Franken und holt die Minimalcourtagen der Konkurrenz ein.

Fazit: Wer bei seiner Hausbank hohe Courtagen und Gebühren zahlt, sollte einen Wechsel erwägen. Der Aufwand für einen Depotübertrag wird sich bei diesen grossen Preisunterschieden rasch amortisieren. Die Einlieferung von Titeln ist bei allen Anbietern gratis, die Auslieferung kostet je nach Bank und Titel zwischen 50 und 150 Franken (siehe Tabelle). Gewisse Internet-Börsenhandelsanbieter - so etwa Trading Floor und Tradejet - lehnen die Einlieferung nicht börsenkotierter Fonds grundsätzlich ab.

Die Kriterien des Preisvergleichs

Der Preisvergleich erfolgte anhand einer Stichprobe bestehend aus 10 Börsenaufträgen. 5 Käufe und 5 Verkäufe im Wert von umgerechnet 55 000 Franken verteilt auf ein Jahr.

Käufe: Am 13. Januar 50 Novartis-Aktien; am 2. März 5 SIG-Aktien; am 25. Mai 1 Porsche-Aktie; am 5. August 1000 BP-Aktien in Grossbritannien und 100 Ishares S&P 500 (ETF) in den USA.

Verkäufe: Am 22. Februar 200 ABB-Aktien; am 20. April 10 OC-Oerlikon-Aktien; am 6. Mai 40 Apple-Aktien in den USA; am 1. Juli 100 Toyota-Aktien in Japan und am 6. September 40 Fondsanteile Solvalor 61.

Courtagen und Depotgebühren wurden je von den Anbietern deklariert. Als Bedingung galt dabei:

Courtagen: Börsenaufträge werden am Hauptbörsenplatz des jeweiligen Unternehmens aufgegeben (Börsengesetz). Dies garantiert einen Handel am Markt mit der grösstmöglichen Liquidität. Für Toyota etwa ist das also Tokio.

Depotgebühren: Sie bemessen sich nach der Verbleibdauer im Depot. Gekaufte Titel kosten bis Ende Jahr, auf verkaufte Titel werden Gebühren seit Januar bis zum Verkauf verrechnet.

Der Vergleich zeigt, dass einige Anbieter Toyota nicht am Hauptbörsenplatz in Tokio besorgen können. Ebenso ist es einigen nicht möglich, Fondsanteile von Solvalor 61 zu beschaffen. Zur Vergleichbarkeit sind diese beiden Transaktionen deshalb nicht im Preisvergleich enthalten. (val)

Vergleich 2. Teil
Der Preis-Leistungs-Vergleich der Börsenhandelsangebote von 11 Anbietern im Internet besteht aus zwei Teilen. Der erste wurde letzten Montag publiziert und befasste sich ausführlich mit der Qualität und Leistung der Onlineanbieter. Der heutige Teil enthält einen Preisvergleich und die Gesamtbewertung als Durchschnitt der Leistungs- und Preisnote. Aufgrund eines Fehlers ist die Leistungsnote von Yellowtrade korrigiert worden (2,7 statt 2,4). (val)
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