Die Tätigkeit der «Peacemaker» ist anspruchsvoll: Sie versuchen, bei Zwist und Streit zwischen Gleichaltrigen zu vermitteln und mit diesen in gemeinsamem Gespräch nach Lösungen zu suchen. Das geht natürlich nicht ohne Unterstützung und Begleitung Erwachsener, und auch nicht ohne gründliche Vorbereitung auf die heikle Aufgabe.
Die Peacemaker können nur dann erfolgreich vermitteln zwischen ihren Kameraden, wenn sie von diesen auch akzeptiert sind. Deshalb wählt jede Klasse im Schulhaus, das auf dieses Vorgehen setzen will, je eine Schülerin und einen Schüler in einem demokratischen Wahlverfahren. Häufig sind es keineswegs die besten Schüler, die so zum Zug kommen, sondern eher solche, die im Leben der Klasse viel Sozialkompetenz bewiesen haben und mutig sind. Wer sich zur Verfügung stellt, kann auch gewählt werden.
Das Institut NCBI Schweiz (National Coalition Building Institute, ein Verein mit Ursprung in den USA gegen Rassismus und zum Abbau von Vorurteilen) führt seit etlichen Jahren anderthalbtägige Ausbildungskurse für Peacemaker und ihre Betreuer, also Lehrpersonen, durch. Diese Kurse beinhalten Theorie über Gewalt und Konflikte, Grundlagen der Konfliktvermittlung, Beobachtung der Konflikte auf dem Pausenplatz, Geschlechterrolle und Gewalt sowie Rollenspiele.
In einigen Schulhäusern im Kanton Zürich, so in Adliswil und Herrliberg, sind die jugendlichen Friedensstifter (ab der dritten Primarklasse) eine von der Schüler und Lehrerschaft anerkannte Institution. Das gilt als Grundvoraussetzung: Nur wenn die ganze Lehrerschaft das Peacemaker-Projekt mitträgt, lässt es sich überhaupt durchführen, denn die Lehrer müssen die Jugendlichen bei ihrer Aufgabe begleiten und unterstützen.
Die Peacemaker werden für ein Jahr eingesetzt, danach finden erneut Wahlen statt. Dahinter steckt die Idee, dass im Laufe der Jahre immer mehr Schülerinnen und Schüler mit der Methode des Friedensstiftens und der Vermittlung vertraut werden.
Die Aufgabe als Peacemaker kann für Jugendliche unlösbar werden, wenn sie es mit extrem aggressiven Gleichaltrigen zu tun haben. Solche auch für Fachleute schwierige Fälle würden die Jugendlichen klar überfordern und dürfen ihnen deshalb nicht übertragen werden. Die Begleitung durch kompetente Erwachsene ist deshalb ganz wichtig.