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Wissen – 09. Februar 2010
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Die Feuersaison wird immer länger
Die Klimaerwärmung lässt die Zahl der Waldbrände in den USA ansteigen.

Von Martin Läubli

Es brennt lichterloh. An allen Ecken der Welt. Die Liste des Global Fire Monitoring Center wird täglich länger. In Galicien hat das Feuer dieses Jahr weit über 80 000 Hektaren Wald zerstört. Es lodert in Finnland, Griechenland, in der Türkei. Tausende Feuer verwüsten derzeit in Nordamerika riesige Wald- und Buschflächen. Allein in Kanada haben Brände in diesem Jahr eine Waldfläche so gross wie die halbe Schweiz zerstört. Das ist über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre.

Natürliche kleinere Brände sind Lebenselixier für den Wald. Sie spornen die Baumverjüngung an. Grossbrände hingegen hinterlassen ödes Land, das erst in Jahrzehnten wieder einen kräftigen Wald trägt. Jedes Jahr entlassen Wald- und Buschbrände weltweit Kohlenstoff in die Atmosphäre in einer durchschnittlichen Grössenordnung, die mehr als 30 Prozent der Kohlenstoffemissionen durch die Verbrennung von Erdöl, Kohle und Erdgas entspricht («Science» Bd. 303, S. 73).

Seit langem warnen Klimaforscher davor, mit der Klimaerwärmung könne die Zahl grosser Waldbrände ansteigen. Ein amerikanisches Forschungsteam unter der Federführung des Scripps Institution of Oceanography zeigt nun für den Westen der USA, dass mehr dahinter steckt als eine Vermutung. Der Flächenbrand hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Der Kampf gegen die Feuerbrunst kostet jährlich mehr als eine Milliarde Dollar.

Klima spielt grosse Rolle

Bisher suchten Forscher und Behörden vor allem in der Siedlungsgeschichte der letzten beiden Jahrhunderte die Hauptursache für die Zunahme der Grossbrände. So hiess es etwa im «U.S. News and World Report» von 1999: «Ein Jahrhundert verbissener Feuerbekämpfung hat uns eine Hinterlassenschaft gebracht: Die Wälder im gesamten Westen sind voll mit zu dichten und kranken Beständen, die umso anfälliger gegen Feuer sind.» Mit der Konsequenz: Entfachen Menschen unvorsichtig Feuer in solchen Wäldern, oder schlägt der Blitz ein, dann ist ein Grossfeuer oft nicht mehr abwendbar. Inzwischen hat sich die Meinung durchgesetzt, dass mit gezielt gelegten Kleinfeuern die Zahl der Grossbrände verringert werden kann. Die jüngste Untersuchung relativiert jedoch diese Ansicht: Die Forscher studierten im Westen der USA 1166 Feuer zwischen 1970 und 2003, die mindestens eine Fläche von 400 Hektaren hatten. 80 Prozent der betroffenen Waldflächen liegen oberhalb von 1370 Metern.

Das Ergebnis: Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre zwischen 1970 und 1986 haben längere, wärmere Sommer die Zahl grösserer Waldbrände seit Mitte der 1980er-Jahre vervierfacht und die betroffene Fläche mehr als versechsfacht. Am stärksten spüren die Wälder der Nördlichen Rockies die Klimaveränderung. Dort spiele die Siedlungsgeschichte praktisch keine Rolle, schreiben die Forscher in «Science» (Bd. 313, S. 940). Die Feuersaison ist im Durchschnitt um 78 Tage länger. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass der Schnee in den Bergen ein bis vier Wochen früher abgeschmolzen ist als noch vor 50 Jahren. Nimmt man neue Klimamodelle zum Massstab, so rechnen die Forscher – wenn nichts dagegen unternommen wird – in den nächsten 50 Jahren mit einer Erwärmung im Westen Nordamerikas von 2 bis 5 Grad. Steigt der Trend zu mehr grossen Waldbränden weiter, wird es noch schwieriger, das Treibhausgas CO2 weltweit zu reduzieren. [TA | 25.08.2006]




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