Anschläge auf Ferieninsel

02. Oktober 2005, 08:58

Wieder wurde das Ferienparadies Bali zum Ziel von Anschlägen. Bomben explodierten zeitgleich in drei Restaurants, in denen auch ausländische Touristen verkehren.

In Kuta war ein dreistöckiges Restaurant Ziel der Attentäter.
In Kuta war ein dreistöckiges Restaurant Ziel der Attentäter.
Von AP-Korrespondent Wahjoe Boediwardhana

«Es war ein schrecklicher Anblick», sagte eine Mitarbeiterin des Krankenhauses Graha Asih. «Einigen Menschen wurden die Köpfe abgerissen.» Die Explosionen ereigneten sich in zwei Restaurants am Strand Jimbaran und in einem Einkaufszentrum im etwa 30 Kilometer entfernten Kuta. Beide waren zur Tatzeit um 19.30 Uhr (Ortszeit) gut besucht.

Das Gebäude in Kuta, in dem auf drei Etagen ein Steakhouse untergebracht war, wurde schwer beschädigt. Der Sprengsatz explodierte offenbar im ersten Stock des Restaurants. Augenzeugen sagten, sie hätten mindestens zwei Explosionen an jedem Tatort gehört.

Der australische Aussenminister Alexander Downer sagte, unter den Todesopfern sei mindestens ein Australier. Drei weitere seien verletzt worden. Die Behörden auf Bali erklärten, unter den Verletzten seien acht Australier und zwei Amerikaner.

650 Schweizer auf Bali
Ob Schweizer Staatsangehörige von den Anschlägen betroffen sind, ist noch unbekannt. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sagte auf Anfrage, es verfüge zur Zeit über keine Informationen zum Schicksal der Schweizer Touristen. Man sei daran, die Situation abzuklären.

Rund 650 Schweizer Touristen befinden sich nach Angaben der Reiseversicherung Elvia zur Zeit auf Bali. Dies sei teilweise von den Reiseleitern der Schweizer Reiseveranstalter, die sich vor Ort befänden, bestätigt worden. Noch hätten aber nicht alle Schweizer Touristen wegen der Nachtzeit auf der Insel kontaktiert werden können.

Yemaah Islamiyah unter Verdacht

«Wir werden die Täter jagen und sie ihrer gerechten Strafe zuführen», sagte der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhyono. Er berief seine Sicherheitsberater zu sich und forderte danach die Bevölkerung auf, besonders aufmerksam zu sein. Der Verdacht fiel auf die Terrorgruppe Yemaah Islamiyah, die auch für die Bombenanschläge vor drei Jahren verantwortlich sein soll, bei denen mehr als 200 Menschen getötet worden waren.

Seitdem soll die Organisation zwei weitere Bombenanschläge in Indonesien verübt haben. Bei den Explosionen vor einem Marriott-Hotel 2003 und vor der australischen Botschaft 2004 kamen insgesamt mindestens 23 Menschen ums Leben. Westliche und indonesische Geheimdienste hatten wiederholt vor weiteren Anschlägen der Jemaah Islamiyah gewarnt.

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