Internationale Hilfe angelaufen

09. Oktober 2005, 18:14

Nach dem verheerenden Erdbeben in Pakistan ist sofort die internationale Hilfe angelaufen. Die Vereinten Nationen schickten acht Experten, die die Hilfe für die Opfer koordinieren sollen.

«Wir wissen, dass bei einem Erdbeben dieser Grössenordnung jede Stunde zählt», sagte der Chefkoordinator der Vereinten Nationen für die Katastrophenhilfe, Jan Egeland. Zwei Mitglieder der Delegation waren bereits bei der Tsunami-Katastrophe in Südasien im Einsatz. Weltweit riefen Hilfsorganisationen zu Spenden auf.

In Berlin stellte das Auswärtige Amt für Soforthilfen 50'000 Euro zur Verfügung. Aussenminister Joschka Fischer erklärte, die Bundesregierung stehe bereits mit örtlichen Hilfsorganisationen in Kontakt, um rasch Unterstützung leisten zu können.

Hilfsangebote kamen auch sofort aus Ländern wie der Türkei und Japan, die schon selbst von schweren Erdbeben heimgesucht wurden. Japan schickte heute 50 Bergungsexperten nach Pakistan, Ärzte sollten morgen folgen. Davon unabhängig schickte die japanische Rotkreuzgesellschaft Helfer in das Katastrophengebiet und sagte mehr als 100'000 Euro zu. Unter den Opfern des Erdbebens sind auch zwei Japaner, die beim Einsturz eines Hause in Islamabad getötet wurden.

Der Türkische Rote Halbmond begann, Militärflugzeuge mit Hilfsgütern zu beladen. Man warte jedoch noch auf Absprachen mit Pakistan, erklärte ein Sprecher der Hilfsorganisation, Hakki Ersoy. Die Türkei und Pakistan liegen beide in seismologisch aktiven Regionen und sind traditionell enge Verbündete.

3,6 Millionen Euro EU-Soforthilfe
Auch die Europäische Union bot ihre Hilfe an, sie kann kurzfristig 3,6 Millionen Euro an Soforthilfe freigeben. Ein Sprecher erklärte, Organisationen wie Ärzte ohne Grenze hätten zwar noch Schwierigkeiten, genaue Informationen zu bekommen, was gebraucht werde, sie sollten sich trotzdem sofort vorbereiten, die EU werde sich um die Finanzierung kümmern. Die britische Regierung erkläre, sie bemühe sich derzeit um eine Einschätzung des Schadens und habe Rettungsteams in Bereitschaft versetzt.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef), unterstützt nach eigenen Angaben in Pakistan von der Regierung entsandte Notärzteteams mit technischem Gerät, Medikamenten und logistischer Hilfe.

Australien stellte mehr als 300'000 Euro für Medikamente und Hilfsmassnahmen bereit. Der malaysische Rote Halbmond schickte Ärzte und Bergungsexperten in das Katastrophengebiet. China schickte 49 Helfer, darunter Pioniere der Volksbefreiungsarmee und Ärzte. Sie bringen auch Bergungs- und Suchgeräte, Erste-Hilfe-Ausrüstungen und Suchhunde mit. Russland wollte noch am Sonntag eine Maschine mit Bergungskräften und Ausrüstung nach Islamabad schicken.

Bei den von den USA geführten Streitkräften in Afghanistan und auch bei den dort stationierten Nato-Einheiten gab es zunächst nach eigenen Angaben keine Pläne, sich an den Rettungsarbeiten zu beteiligen. Beide Streitkräfte verfügen über etliche Grossraumhubschrauber und Transportflugzeuge, wie sie jetzt dringend in Pakistan gebraucht würden.

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