Neue Mohammed-Karikaturen
08. Februar 2006, 20:41Das französische Satireblatt «Charlie Hebdo» hat die zwölf dänischen Mohammed-Karikaturen nachgedruckt. Die Zeitung fügte eigene Karikaturen des Propheten hinzu. Die Auflage ist bereits ausverkauft.
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Als Titelbild veröffentlichte «Charlie Hebdo» eine eigene Karikatur. Sie zeigt unter der Überschrift «Mahomet débordé par les intégristes» (Mohammed überwältigt von den Fundamentalisten) den Propheten mit Turban. Mohammed schlägt die Hände vor den Kopf und knurrt mit zusammengebissenen Zähnen: «C'est dur d'être aimé par des cons» (Es ist hart, wenn man von Idioten geliebt wird).
Auf einem Bild hält ein Selbstmordattentäter mit Sprengstoffgürtel das Mohammed-Bild mit Bombenturban hoch und erklärt: «Wenn der Zeichner die Bombe um Mohammeds Taille gelegt hätte, hätten wir nichts gesagt.» Auf einem anderen Bild erklärt Mohammed: «Das ist das erste Mal, dass ich über die Dänen lache!».
Blitzschnell ausverkauft
Insgesamt 11 der 16 Seiten in der Zeitschrift sind dem Karikaturen-Streit. Die Karikaturen aus der dänischen Zeitung «Jyllands-Posten» wurden aber nur klein abgebildet. «Charlie Hebdo» landete mit der aktuellen Ausgabe einen Verkaufshit. Die Auflage von 160'000 Exemplaren sei ausverkauft, teilte eine Sprecherin mit. Das seien schon 60'000 mehr als üblich. Nun sollen nochmals 150'000 Exemplare nachgedruckt werden.«Le Canard enchaîne» ohne Propheten
Auch das Satire- und Enthüllungsblatt «Le Canard enchaîné» widmete dem Thema mehrere Artikel und Zeichnungen. Dabei bildete es den Propheten nicht ab. «Le Canard enchaîné» taufte sich aber von «satirische Mittwochszeitung» in «satanische Mittwochszeitung» um und versah alle Karikaturen zum Streit mit dem Stempel «satanische Zeichnung».In der Hauptschlagzeile heisst es: «Exklusiv - Mohammed ruft den 'Canard' an», dann folgt als angebliche Aussage des Propheten das unübersetzbare Wortspiel «Prophète l'amour, pas la guerre», eine Verballhornung aus dem Wort Prophet und dem US-Slogan «Make love, not war» (Macht Liebe, nicht Krieg).
Chirac verurteilt «Provokation»
Frankreichs Präsident Jacques Chirac verurteilte die Karikaturen in «Charlis Hebdo» scharf: Damit würden die «Leidenschaften» gläubiger Muslime provoziert. «Es muss alles vermieden werden, was die Überzeugungen anderer, besonders die religiösen Überzeugungen, verletzen kann.»«Die Meinungsfreiheit muss im Geiste der Verantwortung ausgeübt werden. Ich verurteile alle offensichtlichen Provokationen, die geeignet sind, gefährliche Leidenschaften zu entfachen», sagte Chirac im Kabinett.

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