Ausland

Osteuropa droht Aids-Epidemie

30. November 2006, 15:46

Aus Anlass des Welt-Aids-Tags warnte der Unicef-Geschäftsführer davor, dass Osteuropa eine Aids-Epidemie katastrophalen Ausmasses drohe. Jugendliche und Kinder seien besonders gefährdet.

Osteuropa steht nach Ansicht des Kinderhilfswerks Unicef an der Schwelle zu einer Aids-Epidemie katastrophalen Ausmasses. «Der weltweit stärkste Anstieg der Neuinfektionen findet vor unserer Haustür statt», sagte Unicef-Geschäftsführer Dietrich Garlichs aus Anlass des morgigen Welt-Aids-Tags. In Osteuropa und Zentralasien hätten sich in diesem Jahr 270’000 Menschen mit HIV angesteckt - 70 Prozent mehr als im Vergleichsjahr 2004.

Mehrere hunderttausend Kinder und Jugendliche, die in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion ohne Zuhause aufwachsen müssten, seien in extremer Gefahr, sich mit HIV zu infizieren. Innerhalb dieser Gruppe verbreite sich das Virus nahezu ungebremst. Vor allem für die Mädchen gehöre sexuelle Gewalt und Ausbeutung zum Alltag. Zudem konsumierten fast 90 Prozent dieser Kinder und Jugendlichen Drogen und liefen Gefahr, sich auf diesem Weg mit HIV zu infizieren.

Mangelhaftes Wissen
Besorgnis erregend sei auch das geringe Wissen von Heranwachsenden zu Aids. So hätten zwei Drittel aller Jugendlichen in Entwicklungsländern keine ausreichenden Informationen darüber, wie man sich vor einer Ansteckung schütze. Auch in Westeuropa werde es schwieriger, junge Menschen für das Thema zu sensibilisieren: Derzeit wüssten fast 20 Prozent der 16- bis 20-Jährigen in Deutschland nicht, dass man sich auch dann mit HIV anstecken könne, wenn der Partner noch nicht erkrankt sei, teilte Unicef unter Berufung auf die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit.

Besonders der Schutz von Frauen und Mädchen müsse künftig im Vordergrund stehen, verlangte die deutsche Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. Vor zehn Jahren seien gerade einmal zwölf Prozent der HIV-Infizierten Frauen gewesen, heute machten sie mit 18 Millionen rund die Hälfte aus. Der mit Abstand grösste Teil dieser Frauen, nämlich 13,3 Millionen, lebe im südlichen Afrika.

Wieczorek-Zeul setzt bei der Bekämpfung auf einen ganzheitlichen Ansatz, wie sie sagte: «HIV und Aids muss auch im Kontext von Bildung, Arbeit, Frauenrechten und guter Regierungsführung thematisiert werden.» Ihr Ressort stelle für die Bekämpfung von HIV und Aids, Malaria und Tuberkulose 2007 insgesamt 400 Millionen Euro bereit, 100 Millionen mehr als vergangenes Jahr.

Ausland

Meistgelesen in der Rubrik Ausland

Lokale Suche

Marktplatz

AKTUELLE KADERSTELLEN

Marktplatz

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Frühlingsdeko
homegate Lassen Sie jetzt schon den Frühling ins Haus. Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

AKTUELLE JOBS

Marktplatz

SAP SD/EDI Spezialist AT-JobPoint, Kanton Zürich

SAP PI/XI Integration Spezialist AT-JobPoint, Kanton Zürich

SAP SD/CS Modulbetreuer AT-JobPoint, Kanton Aargau