Auftrieb für Irans Reformer

17. Dezember 2006, 13:51

Bei der Wahl zur Expertenversammlung im Iran führt der frühere Präsident Ali Akbar Hashemi Rafsanjani mit grossem Vorsprung. Sein wichtigster ultrakonservativer Konkurrent Ayatollah Mesbah Yazdi muss mit einer herben Niederlage rechnen.

Rafsanjani bei der Stimmabgabe: Er kann mit einem Spitzenresultat rechnen.
Rafsanjani bei der Stimmabgabe: Er kann mit einem Spitzenresultat rechnen.
Dies gab das Innenministerium in Teheran bekannt. Die Iraner hatten am Freitag erstmals seit dem Amtsantritt von Präsident Mahmud Ahmadinejad vor gut einem Jahr wieder landesweit gewählt.

Die Bestimmung der 86 Mitglieder der Expertenversammlung und der Gemeindevertreter gilt deshalb auch als Test für die Popularität des 50-jährigen Staatschefs. Mit dem sich abzeichnenden Sieg Rafsanjanis haben reformorientierte Kräfte nach Angaben politischer Beobachter einen wichtigen Fortschritt erzielt.

Rafsanjani, der das gemässigt-konservative Lager repräsentiert, lag demnach auf Platz eins der insgesamt 140 schiitischen Geistlichen, die um die Sitze in der Expertenversammlung konkurrieren. Mesbah Yazdi, der als ideologischer Mentor Ahmadinejads gilt, folgte erst an sechster Stelle.

Von den etwa 70 Millionen Iranern waren über 46 Millionen berechtigt, neben den kommunalen Parlamenten die Expertenversammlung neu zu bestimmen.

Die Versammlung gilt als das wichtigste Gremium der islamischen Republik, da sie den obersten Führer des Landes ernennt und ihn auch entlassen könnte. Das Amt hat als Nachfolger von Revolutionsführer Ayatollah Khamenei seit 1989 Ayatollah Ali Khamenei.

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