Terre des hommes muss Arbeit einstellen

10. Juli 2007, 18:57

Das Schweizer Kinderhilfswerk Terre des hommes hat seine Arbeit in Pakistan wegen Übergriffen eingestellt. Die Unruhen stünden im Zusammenhang mit der Stürmung der Roten Moschee in Islamabad, teilte das Hilfswerk mit.

Eine Gruppe von rund 700 bis 800 zum Teil bewaffneten Demonstranten sei gezielt gegen internationale Nichtregierungsorganisationen (NGO) in der Stadt Battagram in der nordwestlichen Region Pakistans vorgegangen, sagte David Kälin, Projektleiter von Terre des hommes vor Ort.

Die Büros des französischen Roten Kreuzes und der US-Organisation «Care international» seien total zerstört worden. Er selber habe das Büro von Terre des hommes vorübergehend schliessen müssen und sich ins Koordinationsbüro nach Mansehra zurückgezogen, sagte Kälin weiter.

Bei den Demonstranten handle es sich um Sympathisanten der Islamisten, die in der Region um Battagram die politische Mehrheit hätten. Die Demonstrationen seien in erster Linie gegen die Regierung und Musharrafs Entscheidung gerichtet, die Rote Moschee zu stürmen.

Gerüchten zufolge seien auch viele Leute aus Battagram in der Moschee gewesen und bei der Stürmung getötet worden, sagte Kälin weiter. Da die internationalen Organisationen als regierungsfreundlich gelten würden, hätte sich die Wut der Leute gegen sie gerichtet.

An eine Rückkehr nach Battagram sei in den nächsten Tagen nicht zu denken. «Morgen werden wir für zwei bis drei Tage nach Islamabad evakuiert.» Er hoffe aber, dass er am Freitag oder Samstag wieder in sein Büro zurückkehren könne, sagte Kälin: «Falls es noch steht.»

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