Weisses Haus schwächt Klimabericht ab

24. Oktober 2007, 13:52

Vor einer Senatsanhörung über die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels hat die US-Regierung den Bericht einer Behördenleiterin drastisch gekürzt.

Der Umweltausschuss des Senats liess sich gestern von der Direktorin des Zentrums für Seuchenkontrolle und Vorbeugung (CDC), Julie Gerberding, erklären, mit welchen medizinischen Konsequenzen bei einer weiter fortschreitenden globalen Erwärmung zu rechnen ist.

Weil das CDC eine Einrichtung des Gesundheitsministeriums ist, wurde der Bericht wie in solchen Fällen üblich vorher der Kontrollbehörde des Weissen Hauses vorgelegt, dem Office of Management and Budget (OMB). Dass der Bericht von 16 auf 4 Seiten gekürzt worden sei, habe Erstaunen hervorgerufen, verlautete aus Kreisen des CDC.

Konkrete Angaben gestrichen

Die gestern schliesslich im Ausschuss vorgetragene Version hatte dann einen Umfang von sechs Seiten. Gestrichen wurde unter anderem die Information zur Zahl der Personen, bei denen mit gesundheitlichen Problemen aufgrund des Klimawandels gerechnet werden muss.

Bei der Befragung durch die Abgeordneten nannte Gerberding zwar zusätzliche Informationen, aber keine konkreten Details etwa zur Art der Gesundheitsrisiken. Die CDC-Direktorin sagte, es sei damit zu rechnen, dass der Klimawandel «eine grosse Bandbreite von Wirkungen auf die Gesundheit der Amerikaner» haben werde.

Empörung bei Demokraten

Die Vorsitzende des Umweltausschusses, die demokratische Senatorin Barbara Boxer, reagierte umgehend und forderte, die Regierung müsse den vollständigen Bericht der Expertin freigeben. «Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, alle Fakten über die ernste Bedrohung durch die globale Erwärmung zu erfahren», sagte die Politikerin.

Die Regierung Bush sah sich bereits früher mit dem Vorwurf konfrontiert, Druck auf Wissenschaftler auszuüben, um Aussagen zum Ausmass der Bedrohung durch den Klimawandel abzuschwächen.

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