Ausland

Japan jagt wieder Buckelwale

17. November 2007, 10:39

Die japanische Walfangflotte will morgen zur ersten Jagd auf Buckelwale seit 44 Jahren aufbrechen. Dies trägt ihr scharfe Kritik von Naturschützern ein.

Angeführt von der «Nisshin Maru» nimmt die Walfangflotte morgen Kurs auf den Südpazifik.
Keystone Angeführt von der «Nisshin Maru» nimmt die Walfangflotte morgen Kurs auf den Südpazifik.

Die Schiffe werden von der Hafenstadt Shimonoseki aus Kurs auf den Südpazifik nehmen, wie die Eignergesellschaft Kyodo Senpaku mitteilte. Die Jagd auf die Buckelwale ist die erste seit Inkrafttreten des Walfangmoratoriums von 1963. Japan nutzt eine Ausnahmebestimmung, die eine begrenzte Jagd der Meeressäuger zu wissenschaftlichen Zwecken erlaubt.

Die Matrosen der Walfangflotte wollen bis zu 50 Buckelwale, bis zu 50 Finnwale und bis zu 935 Südliche Zwergwale töten. Das ist das grösste Jagdprogramm seit Beginn der Schutzmassnahmen der Internationalen Walfangkommission (IWC). Angeführt wird die Flotte von der «Nisshin Maru», die im Februar in der Ross-See in Brand geraten war. Damals hatte die Walfangflotte ihre Jagd vorzeitig abgebrochen.

«Diese Wale dürfen nicht sterben»

Vor allem die geplante Jagd auf Buckelwale stösst auf heftige Proteste von Naturschützern. «Diese Wale dürfen nicht sterben», sagte Greenpeace-Sprecher Junichi Sato. «Buckelwale sind sehr sensibel und leben in engen Gruppenverbänden. Deswegen kann schon ein einziger Todesfall äusserst schädlich sein.»

Vor vier Jahrzehnten waren Buckelwale fast ausgerottet. Jetzt wird geschätzt, dass es weltweit 30’000 bis 40’000 Tiere gibt. Das ist etwa ein Drittel der Bestandsgrösse in der Zeit vor dem kommerziellen Walfang. Bei den Finnwalen wird der Bestand auf 60’000 geschätzt.

Japan macht wissenschaftliche Forschung geltend

Der für den Walfang zuständige Abteilungsleiter bei der japanischen Fischereibehörde, Hideki Moronuki, meinte: «Bei einer Population von mehreren zehntausend Buckelwalen 50 herauszunehmen, wird keinerlei bedeutende Auswirkung haben.» Die Jagd solle Meeresbiologen dabei helfen, die inneren Organe der Buckelwale zu studieren. Der grösste Teil der aus wissenschaftlichen Gründen getöteten Wale wird schliesslich an Restaurants verkauft, was die Bestimmungen des IWC nicht untersagen. Bei den Konferenzen der Walfangkommission versuchte Japan bislang vergeblich, das 1986 verhängte Moratorium für den kommerziellen Walfang aufzuheben.

Die Naturschützer wenden sich auch gegen die Methoden der Jagd mit der Harpune. Der Biologe Ken Findlay von der Universität Kapstadt kritisierte, dass manchmal verletzte Wale stundenlang von den Schiffen gejagt würden.

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