Klimaschutz so schnell wie möglich
07. Dezember 2007, 19:23Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon sieht die Massnahmen gegen den Klimawandel als grosse Herausforderung. Ein Scheitern sei keine Option.
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Die Herausforderung «erreicht ihren schwersten Punkt schon jetzt», erklärte der Uno-Generalsekretär in New York mit Blick auf die Klimakonferenz auf der indonesischen Insel Bali. Dort wird ein Folgeabkommen für das Kyoto-Protokoll angestrebt. Ziel ist eine neue Vereinbarung bis 2009, damit den beteiligten Ländern Zeit zur Ratifizierung gegeben werden kann. Das Kyoto-Protokoll läuft 2012 aus.
Zur Eile drängte auch Friedensnobelpreisträger Al Gore. Schärfere Regeln sollten schon ab 2010 gelten, forderte der frühere US-Vizepräsident in Oslo. Dabei sollte sein Land, das die Kyoto-Vereinbarung nicht ratifiziert hat, die Vorreiterrolle übernehmen.
Einbindung der Entwicklungsländer
Auf Bali kamen derweil die Bemühungen, für Entwicklungsländer verbindliche Ziele zur Reduzierung klimaschädlicher Gase zu vereinbaren, nur schleppend voran. Das Thema sei zwar noch nicht vom Tisch, eine Einigung scheine aber schwierig, sagte der Chef des Uno-Klimasekretariats, Yvo de Boer. Die meisten Industriestaaten hielten es für verfrüht, Entwicklungsländern Vorschriften zu machen.
Um die von Klimaexperten geforderte drastische Reduzierung der Emissionen zu erreichen, müsse die Investitionssumme jedes Jahr steigen. Im 2030 auf rund 140 Milliarden Euro, sagte de Boer weiter. Die Summe dürfte dann etwa 0,3 bis 0,5 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts entsprechen.
Hauptinvestitionen von privater Seite
Vier Fünftel des Geldes sollten laut de Boer vom Privatsektor aufgebracht werden. Er rief die Politiker auf, klare und langfristige Klimaschutzvorgaben zu machen, damit Unternehmer sich darauf einstellen können. China gab derweil bekannt, dass es für einen staatlichen Klimafonds 1,5 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2012 einsammeln will. Das Geld solle durch Abgaben aus dem Verkauf von Emissionsrechten eingenommen werden, sagte Chen Huan, Geschäftsführender Direktor des Clean Development Mechanism Fund in Peking.
Pachauri setzt auf Meinungsumschwung der USA
Der Vorsitzende des mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Weltklimarats, Rajendra Pachauri, setzt auf einen Meinungsumschwung in der Klimapolitik der USA. Trotz der Weigerung der Regierung von Präsident George W. Bush hätten mehrere US-Staaten und Kommunen bereits wichtige Schritte zum Klimaschutz unternommen, erklärte Pachauri auf der Klimakonferenz in Bali. «Ich weiss wirklich nicht, ob sich in der Haltung der US-Regierung etwas bewegt hat», sagte Pachauri. Doch das könnte sich schon nach der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr ändern. Zudem hätten die alarmierenden Berichte des Weltklimarats (IPCC) auf der Ebene der US-Staaten viele Politiker wachgerüttelt. «Da hat sich viel getan.»
Pachauri sieht zwei Möglichkeiten, die USA – die grösste Volkswirtschaft der Welt, die auch die meisten Schadstoffe in die Atmosphäre abgibt – zu einer Nation der Klimaschützer zu machen: «Eine Möglichkeit wäre es, sagen wir mal, wenn die US-Regierung sich selbst auf gewisse Schritte verpflichten würde.» Die andere Möglichkeit wäre, «wenn sich mehrere US-Staaten und andere Gemeinschaften in den USA zusammenschliessen und selbst etwas unternehmen», erklärte Pachauri. In der Summe ergebe dies praktisch auch so viel wie ein einzelner Nationalstaat, der sich auf Massnahmen zum Klimaschutz verpflichte.
Die USA haben sich bislang geweigert, dem Klimaschutz-Abkommen von Kyoto beizutreten. Praktisch alle US-Präsidentschaftskandidaten unterstützen jedoch eine Begrenzung von klimaschädlichen Emissionen. Die Staaten Kalifornien, Vermont und einige Staaten an der Nordostküste haben bereits eigene Klimaziele festgelegt.
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