Türkische Truppen bleiben «so lang wie notwendig»
28. Februar 2008, 19:21Die Türkei will sich auf keinen Zeitplan für einen Rückzug aus dem Nordirak festlegen. Der türkische Generalstabschef sprach sogar von einem Einsatz von bis zu einem Jahr.
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Die Soldaten sollen «so lang wie notwendig» im Nachbarstaat bleiben, um gegen die Kämpfer der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vorzugehen. Dies erklärte heute Verteidigungsminister Vecdi Gonul nach Gesprächen mit US-Verteidigungsminister Robert Gates in Ankara. Die Türkei habe jedoch «nicht die Absicht, ein Gebiet zu besetzen».
Der türkische Generalstabschef Yasar Büyükanit sprach hingegen von einem längerfristigen Einsatz. Dieser könne einige Tage oder ein Jahr andauern, sagte er dem Sender CNN-Turk.
Dialog gefordert
US-Verteidigungsminister Robert Gates hat die türkische Regierung zu einer raschen Beendigung der Offensive gegen kurdische Rebellen im Irak aufgefordert. «Die gegenwärtige Offensive sollte so kurz und so zielgerichtet wie möglich sein», sagte Gates.
Bush pflichtete seinem Verteidigungsminister auf einer Pressekonferenz in Washington bei. Der Einsatz «sollte nicht langwierig sein. Die Türken müssen schnell vorankommen, ihre Ziele erreichen und dann wieder abziehen», sagte Bush, der sich damit erstmals verhalten kritisch zur türkischen Offensive äusserte. Die USA befinden sich dabei in einem Dilemma: Sowohl Bagdad als auch Ankara sind enge US-Verbündete. Washington hilft der Türkei bei ihrer Offensive mit Geheimdienstinformationen, muss aber gleichzeitig eine Destabilisierung des Iraks vermeiden.
Der Kampf gegen die terroristische Bedrohung durch die PKK könne nicht mit rein militärischen Mitteln gewonnen werden, sagte Gates. Die Türkei solle sich verstärkt um die wirtschaftlichen und sozialen Probleme der kurdischen Minderheit kümmern. «Wirtschaftsprogramme und politische Überzeugungsarbeit - das ist der einzige Weg, die Terroristen von der Bevölkerung zu isolieren», sagte Gates. Auch ein Dialog mit den kurdischen Gruppen im Nordirak sei nötig, nur damit könne die PKK langfristig besiegt werden.
Gates forderte die türkische Regierung ausserdem auf, die irakische Regierung über Absichten und Umfang der Militäraktion zu unterrichten. Das Recht der Türkei auf Selbstverteidigung müsse in einem Gleichgewicht mit dem Interesse stehen, die irakische Souveränität und Unversehrtheit zu bewahren.
Bisher 257 Tote
Die türkischen Streitkräfte haben die Zahl der bislang getöteten Rebellen mit 237 angegeben, sieben von ihnen wurden heute getötet. Die eigenen Verluste bezifferten sie mit 27. Kurdischen Informationen zufolge sollen 81 türkische Soldaten und nur fünf Rebellen getötet worden sein.
Die türkische Armee war vor einer Woche in den Irak einmarschiert, um dort gegen PKK-Stützpunkte vorzugehen. Ankara wirft der autonomen Kurdenregierung im Nordirak vor, nicht entschieden genug gegen die PKK-Rebellen vorzugehen.
Die Türkei vermutet rund 4000 PKK-Kämpfer im Nachbarland. Von dort aus unternahmen sie in den vergangenen Jahren immer wieder Anschläge und Angriffe auf Ziele in der Türkei. Die USA fürchten, der Einsatz könne den Irak weiter destabilisieren.
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