Ausland

Olympia: Swiss Olympic fordert Intervention

15. März 2008, 23:46

China sieht die Olympiade durch die schweren Unruhen in Tibet nicht gefährdet. Der Präsident des Internationalen Olympschen Komitees spricht sich gegen einen Boykott aus.

Der Chef von Swiss Olympic, Jörg Schild, hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) zu einer Intervention in China wegen der Unruhen in Tibet aufgefordert. Sollte das IOC weiter schweigen, werde er am kommenden Montag bei der Organisation seinem Unbehagen Ausdruck geben, sagte der oberste Schweizer Sportfunktionär heute in der Sendung «Echo der Zeit» von Schweizer Radio DRS.

Für ihn persönlich sei «der Rubikon überschritten», sagte der frühere Basler FDP-Regierungsrat und fügte hinzu: «Ich bringe es nicht fertig, zu sagen, wir gehen jetzt dort hin, um Sport zu treiben.» Schild sprach sich aber gegen einen Boykott der Spiele in Peking aus.

Kein Boykott

IOC-Präsident Jacques Rogge hat sich gegen einen Boykott der Olympischen Sommerspiele in Peking wegen der blutigen Unruhen in Tibet ausgesprochen. Ein Boykott würde nichts ändern und nur die Athleten bestrafen, erklärte Rogge heute. Zuvor hatte der IOC-Präsident jeden Kommentar zu den Ereignissen in Tibet abgelehnt. Es sei nicht die Aufgabe des Komitees, die Menschenrechtssituation dort zu verbessern, sagte er gestern in Puerto Rico.

China wiegelt ab

Das Organisationskomitee wende sich gegen jeden Versuch, die Olympischen Spiele für politische Ziele zu instrumentalisieren, sagte heute ein Sprecher des Organisationskomitees BOCOG, Sun Weide. Das widerspreche dem Geist der Spiele.

Sun räumte ein, dass protibetische Gruppen versucht hätten, mit Chinas Gastgeberrolle bei den Spielen vom 8. bis 24. August öffentliche Aufmerksamkeit auf ihre Anliegen zu lenken. Sie repräsentierten aber nur einen winzigen Teil der Weltöffentlichkeit. «Wir haben enorme Unterstützung von der internationalen Gemeinschaft für die Olympischen Spiele bekommen», sagte er. Die Gastgeberrolle Pekings sei die Erfüllung eines Jahrhunderttraums des chinesischen Volks, «einschliesslich unserer Landsleute in Tibet». Auch der Fackellauf, bei dem das olympische Feuer auf den Mount Everest getragen werden soll, werde wie geplant stattfinden.

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