Brief von Swiss-Olympic-Präsident an IOC

17. März 2008, 15:19

Nachdem sich der Präsident von Swiss Olympic, Jörg Schild, wegen der Gewalt in Tibet am Wochenende China-kritisch geäussert hat, will er in einem Brief an IOC-Präsident Jacques Rogge nachdoppeln.

In Peking beginnen am 8. August die olympischen Sommerspiele. China hatte 2001 den Zuschlag erhalten. Bei der Vergabe hatten Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) die Hoffnung geäussert, dass sich China dank der Spiele weiter öffnen und sich die Lage der Menschenrechte in der Volksrepublik verbessern werde.

Diese Hoffnungen haben sich zerschlagen, wie zuletzt das gewaltsame Vorgehen - mit vermutlich hunderten Toten - der chinesischen Führung gegen die protestierende tibetische Bevölkerung gezeigt hat. Auch geht das kommunistische Regime hart gegen Dissidenten vor; etliche sitzen in Haft oder in Arbeitslagern.

Stellungnahme zu Tibet gefordert

Mit seinem Brief möchte Schild erreichen, dass das IOC zur Gewalt in Tibet Stellung bezieht, wie Swiss-Olympic-Sprecherin Claudia Imhasly sagte. Bislang hatten das IOC und dessen Präsident Rogge nur geäussert, dass sie einen Boykott für den falschen Weg hielten.

Auch Schild ist gegen einen Boykott, wie aus einer Stellungnahme des Swiss-Olympic-Präsidenten hervorgeht: Es gehe nicht darum vom Sport etwas zu verlangen, das die Politik nicht zu Stande gebracht habe.

Die olympische Bewegung mache sich aber unglaubwürdig, wenn sie zu den Ereignissen in Tibet schweige. Dies könne den Eindruck erwecken, «das Schicksal der Bevölkerung im Veranstalterland sei ihm egal», schreibt Schild, der die Vergabe als «nicht unproblematisch» bezeichnet.

Belastung für olympischen Gedanken

Mit der Wahl Pekings habe das IOC eine Verantwortung für den Ruf und die Glaubwürdigkeit der olympischen Spiele übernommen. Nach diversen Skandalen - Schild erwähnt Doping und Korruption - vertrügen weder Sport noch der olympische Gedanke eine weitere Belastung.

Deshalb müsse das IOC China an seine Erwartungen erinnern und daran, dass die «Sportwelt darauf vertraut, dass innenpolitische Probleme im Sinne des olympischen Gedankens im Dialog und nicht mit Gewalt gelöst werden».

Ausland

Kein Mann der leisen Töne

Meistgelesen in der Rubrik Ausland

Das New York Chinas

24 Stunden in Bildern

Umfrage

Thilo Sarrazin hat mit seinen Äusserungen über die Integration von Zuwanderern in Deutschland eine Kontroverse ausgelöst. Wie stehen Sie zu seinen Aussagen?

zur Story...






Krankenkassen 2010

  • KrankenkassenvergleichFinden Sie hier die günstigste Prämie für Ihre Krankenkasse.
    Jetzt vergleichen und sparen.

Nahostverhandlungen

Rettung in Chile

Handy-Betriebssysteme

Alles zur Super League in der Tagi-App!

Warum Apple nervt und begeistert

Das Internet der Zukunft



© Tamedia AG 2010 Alle Rechte vorbehalten