Kritik an Bushs «Neandertal-Rede»
17. April 2008, 13:48Der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel bezeichnete die gestrige Rede des US-Präsidenten George W. Bush zur Klima- und Energiepolitik als rückschrittliche «Neandertal-Rede».
«Der Präsident hat eine enttäuschende Rede gehalten», sagte Gabriel heute. Sie werde der globalen Herausforderunge nicht gerecht und sei ein Rückfall hinter die internationalen Klimaverhandlungen von Bali Ende 2007 und sogar hinter das Gipfel-Treffen von Industrie- und Entwicklungsländern zuvor im deutschen Heiligendamm.
Ohne verbindliche Obergrenzen und Reduktionsziele für die Industriestaaten werde der Klimawandel nicht zu stoppen sein, erklärte der SPD-Minister. Europa und die USA müssten vorangehen, wenn andere folgen sollten. Bush hingegen hinke hoffnungslos hinterher. Seine Rede folge dem Motto «Verlieren statt Führen – losership statt leadership», meinte Gabriel. «Wir sind froh, dass es in den USA auch andere Stimmen gibt.»
Bush will mehr Atomenergie
Bush hatte sich am gestern Abend in einer Grundsatzrede zwar für den Klimaschutz und den Abbau von Treibhausgasen in den USA ausgesprochen, zugleich aber vor «falschen Wegen» beim Kampf gegen die Erderwärmung gewarnt. Wichtig sei es, verstärkt auch auf Atomkraftwerke zu setzen.
Der amerikanische Präsident bekräftigte die Auffassung, dass die USA keine international bindenden Vorgaben zum CO2-Ausstoss ihrer Industrie eingehen wollten. Das gelte besonders, solange wirtschaftlich stark konkurrierende Schwellenländer wie China und Indien nicht auch mitzögen.

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