In Burma stockt die Hilfe
11. Mai 2008, 12:23Laut einem Hilfswerk kann sich die Zahl der Toten des Wirbelsturms auf bis zu 100000 erhöhen. Zehntausende Überlebende warten weiterhin auf Hilfsgüter.
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Von Margie Mason
Nach dem verheerenden Wirbelsturm Nargis in Burma vor einer Woche ist nach Einschätzung der britischen Hilfsorganisation Oxfam das Leben von bis zu 1,5 Millionen Menschen akut durch Seuchen gefährdet. Sollten die Überlebenden nicht schnell sauberes Wasser und Zugang zu sanitären Einrichtungen erhalten, drohe ihnen der Tod, sagte die Regionaldirektorin von Oxfam, Sarah Ireland, in Thailand. Es seien «alle Faktoren» für eine Katastrophe vorhanden. Das Hilfswerk World Vision Australien sprach von einem «Wettlauf gegen die Zeit».
Die Zahl der Toten könne sich auf bis zu 100000 erhöhen und wegen der schlechten Versorgungslage weiter um das Fünfzehnfache steigen, sagte Ireland. Nach Angaben der Militärregierung hat «Nargis» rund 23300 Menschen das Leben gekostet, 37000 werden vermisst.
Die Überlebenden seien Wind und Wetter ausgesetzt, sagte Tim Costello, der Präsident von World Vision Australien. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge leiden einige Kinder bereits an Atemwegserkrankungen, dem Kinderhilfswerk Unicef zufolge sind in einigen Gebieten bis zu 20 Prozent der Kinder an Durchfall erkrankt.
Die bisher in Burma eingetroffenen Hilfsgüter bezeichnete World Vision als Tropfen auf den heissen Stein. Zwar hätten Tausende Menschen inzwischen Hilfe erhalten, aber «es gibt Zehntausende, die noch nicht erreicht wurden», sagte World-Vision-Sprecher Samson Jeyakumar in Bangkok. In der Millionenmetropole Rangun gingen bereits die Vorräte aus.
Strassen von Trümmern geräumt
Den Vereinten Nationen zufolge haben weitere Lebensmittelhilfen die Überlebenden des Sturms erreicht, nachdem Strassen von Trümmern und umgestürzten Bäumen geräumt wurden. Rotes Kreuz und Roter Halbmond berichteten, drei ihrer Flugzeuge hätten 14 Tonnen Hilfsgüter nach Burma gebracht. Die Hilfsbemühungen seien rund 220000 Menschen zugute gekommen. Morgen sollten weitere Maschinen mit 20 Tonnen Material landen, darunter Benzinkanister und Moskitonetze.
Noch immer gab es keine Anzeichen dafür, dass das Militärregime ausländische Experten in das abgeschottete Land einreisen lassen will, um bei der Verteilung der Hilfsgüter zu helfen. Die Junta akzeptiert zwar Sach- und Geldhilfen aus dem Ausland, will aber nicht das Personal, um dies zu managen. Vielmehr will die Militärregierung alle gespendeten Lieferungen selbst verteilen.
Internationale Hilfe für Propaganda genutzt
Es gab Berichte, dass auf Kisten mit Hilfsmaterial die Namen führender Generäle geschrieben wurden – ein offenkundiger Versuch, aus der internationalen Hilfe propagandistisches Kapital zu schlagen. So zeigte das Staatsfernsehen Bilder, wie Generäle, darunter auch der Chef der Militärjunta, General Than Shwe, Kisten an Überlebende der Sturmkatastrophe verteilten. Auf einer Kiste war beispielsweise der Name von Generalleutnant Myint Swe zu lesen. Die dicke Aufschrift überdeckte den kleineren Aufdruck «Hilfe aus dem Königreich Thailand».


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