Ausland

Provokateur sieht Eurabien kommen

15. Mai 2008, 18:37 – Von Michael Meier

Journalist Henryk M. Broder bezichtigt die Gutmenschen, ihre Appeasement-Politik führe zur schleichenden Islamisierung Europas.

Der Titel des Vortrags «Die letzten Tage Europas - Eurabia oder Eurasia?» war eine klare Provokation. Henryk M. Broder gilt auch als Povokateur par excellence unter Deutschlands Schreibern. Seine scharfzüngigen Beiträge im «Spiegel», der «Süddeutschen Zeitung», im «Profil» und neuerdings auch in der «Weltwoche» haben SVP-Politiker Ulrich Schlüer bewogen, Broder am Mittwoch zum Frühjahrsvortrag seiner rechtskonservativen Zeitung «Schweizerzeit» nach Zug einzuladen.

«Wir erleben derzeit die letzten Tage Europas, das wir kennen». Noch eine oder zwei Generationen – und aus Europa werde Eurabia oder Eurasia, orakelte Broder. Eine Zuspitzung seines Bestsellers «Hurra, wir kapitulieren!», in dem er angesichts der islamistischen Drohkulisse vor vorauseilender Selbstaufgabe warnt.

Das zentrale Ereignis ist für Broder der 30. September 2005, als die dänische Zeitung «Jyllands-Posten» 12 Mohammed-Karikaturen veröffentlichte. Aus Angst vor der frommen Empörung der Muslime hätten die Medien sich dem Verbot, Mohammed darzustellen, unterworfen. Günther Grass habe selbst den Vergleich mit den Antisemitismen im «Stürmer» zur Nazizeit nicht gescheut. «Eine Phantomdebatte», bilanzierte Broder: Die harmlosen Karikaturen habe kaum jemand gesehen.

Für Broder ist der Islam mit seinen einfachen Geboten und der Verachtung des westlichen Materialismus auch eine neue Verführung am Horizont der Utopien. Doch der Islam fordere ein religiöses und politisches Bekenntnis. Gewiss wolle die Mehrheit der Muslime ein normales Leben, sei aber nicht willens, die radikale Minderheit zu disziplinieren. Das Problem liegt für Broder bei den Gutmenschen der Mehrheitsgesellschaft. Für mache seien sogar Schariah und Grundgesetz vereinbar. Er warnte deshalb vor der Toleranz gegenüber der Intoleranz. Seine nächste Streitschrift, «Die Kritik der reinen Toleranz», will er in Kants Stadt Königsberg schreiben.

Der Bau von Moscheen und die Höhe der Minarette allerdings ist für den Provokateur nicht relevant, «ein Nebenkriegschauplatz». «Wenn die Leute einmal hier sind, haben sie das Recht, ihre Religion auszuüben», das sei der Preis der Globalisierung. Laut Schlüer ist dem «Problem des totalitären Gedankenguts» jedoch nur über Symbole beizukommen, über das «Minarett als Herrschaftssymbol». Für die Minarett-Initiative habe man über 100’000 Unterschriften beisammen und werde sie noch vor den Sommerferien einreichen.

Ausland

Meistgelesen in der Rubrik Ausland

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Frühlingsdeko
homegate Lassen Sie jetzt schon den Frühling ins Haus. Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

AKTUELLE KADERSTELLEN

Marktplatz

Lokale Suche

Marktplatz

AKTUELLE JOBS

Marktplatz

Java Entwicklungsingenieur/in Junisphere Systems AG, Glattzentrum b. Wallisellen

Persönlichkeit im Transportmanagement (m/w) peda consulting, Zürich

Akkord Maurer/in KMU Jobs AG, Kanton Aargau