Italien kehrt zur Atomkraft zurück

22. Mai 2008, 15:11

Italien will neue Atomkraftwerke bauen. Dies kündigte Italiens Industrieminister Claudio Scajola an. Der Bau der AKW soll in den nächsten fünf Jahren beginnen.

«Nur Atomkraftwerke erlauben die Produktion von Energie auf sichere und wettbewerbsfähige Weise», sagte Industrieminister Scajola in Rom. Dabei verwies er auf die hohen Öl- und Gaspreise.

Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi hatte im Wahlkampf erklärt, er verfolge das Ziel einer Wiedereinführung der zivilen Nutzung der Atomenergie für Italien. Die Italiener hatten diese 1987 - im Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl - per Volksabstimmung verboten.

Berlusconi will nach eigenen Angaben Italien weniger abhängig machen von Stromimporten aus dem Ausland. Seit dem Atomausstieg deckt Italien seinen Bedarf ausserdem mit Öl- und Gasexporten.

Zusammenarbeit mit Frankreich

Die Regierung will beim Bau der neuen AKW mit Frankreich zusammenarbeiten. Berlusconi setzt in seiner Energiepolitik voll auf die Karte Atomstrom: Die staatlichen Subventionen für Windkraftanlagen will sie abschaffen.

Im September 2003 war es in Italien zu einem riesigen Black-Out gekommen, nachdem in der Schweiz eine Hochspannungsleitung auf dem Lukmanier-Pass ausgefallen war. Damals waren 56 Millionen Menschen ohne Strom. Die meisten Stromimporte Italiens laufen über Leitungen durch die Schweiz.

Ausland

Meistgelesen in der Rubrik Ausland

Das Loveparade-Drama

Roger Schaeli bloggt aus der Wand

24 Stunden in Bildern

Die Bettencourt-Saga

Weltwirtschaft für Dummies

Die Top-Themen im

Top-Themen in

Die neue EU-Debatte

Leichtathletik-EM in Barcelona

Apple und das «Antennagate»



© Tamedia AG 2010 Alle Rechte vorbehalten