Junta verlängert Hausarrest für Suu Kyi

27. Mai 2008, 16:12

Die Militärregierung in Burma hat heute den Hausarrest für die Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi auf unbestimmte Zeit verlängert.

Nach der Verlängerung des Hausarrests kommt es in Burma zu spontanen Kundgebungen für San Suu Kyi.
Keystone Nach der Verlängerung des Hausarrests kommt es in Burma zu spontanen Kundgebungen für San Suu Kyi.

Die 62-Jährige dürfe ihre Wohnung in Rangun weitere sechs Monate nicht verlassen, sagte ein Behördenvertreter. Sieben Behördenvertreter informierten Suu Kyi während eines zehnminütigen Besuchs in ihrer Wohnung über die Entscheidung. In den vergangenen Wochen waren Gerüchte in den Reihen ihrer Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) kursiert, die Sanktion gegen Suu Kyi könnte gelockert werden.

Die Militärregierung steht wegen der Strafmassnahme gegen die Oppositionspolitikerin international in der Kritik. In den vergangenen 18 Jahren verbrachte Suu Kyi mehr als zwölf Jahre in Haft oder unter Hausarrest, seit 2003 ununterbrochen.

Partei-Mitglieder festgenommen

Vor der Bekanntgabe der Verlängerung des Hausarrests hatten rund 30 NLD-Mitglieder versucht, einen Protestmarsch zu Suu Kyis Haus zu veranstalten. Die Polizei habe den Marsch jedoch gestoppt, sagte NLD-Sprecher Nyan Win. Nach unterschiedlichen Angaben wurden zwischen 16 und 20 Teilnehmer festgenommen.

Die Polizei hatte das Grundstück schon am Morgen weiträumig umstellt, um Proteste zum 18. Jahrestag des Wahlsiegs der demokratischen Opposition im Keim zu ersticken. Den Sieg bei der Parlamentswahl am 27. Mai 1990 hatte die Militärregierung annulliert.

Referendum kritisiert

Die NLD übte scharfe Kritik am Verfassungsreferendum, bei dem nach offiziellen Angaben 92,48 Prozent der Wähler den Plänen der Militärregierung zustimmten. Die Abstimmung sei angesichts von Nötigung und Einschüchterung der Wähler durch die Behörden nicht frei und fair verlaufen, hiess es in einer Erklärung.

Der Verfassungsentwurf des Regimes verwehrt Suu Kyi unter anderem den Weg ins Präsidentenamt. Die NLD bemängelte weiter, dass das Regime das Referendum trotz des verheerenden Wirbelsturms «Nargis» durchführte. Nach amtlichen Angaben wurden 133'600 Menschen durch den Zyklon getötet oder werden noch vermisst.

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