Drei Tote bei Unwettern in Deutschland
03. Juni 2008, 10:25Bei schweren Unwettern in Baden-Württemberg sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Die Schäden belaufen sich auf Millionenhöhe.
In Jungingen im Killertal ertranken zwei Frauen, als ihr Auto von einem reissenden Bach mitgerissen wurde, wie Polizeisprecher Lambert Maute sagte. Die Beifahrerin ertrank im Fahrzeug. Die Fahrerin habe sich zunächst entweder aus dem Fahrzeug befreien können oder sei von den Wassermassen mitgerissen worden, sagte der Sprecher. Ihre Leiche wurde am Morgen in der Nähe des Baches gefunden. Der normalerweise ruhige Bach Starzel habe sich nach den gestrigen Gewittern in einen reissenden Fluss verwandelt, sagte der Sprecher.
Eine andere Frau sei in Hechingen in ihrem Keller von den Wassermassen überrascht worden und ebenfalls ertrunken.
Das Unwetter hatte gestern Abend gegen 19.30 Uhr begonnen und zwei Stunden gedauert, wie die Polizei mitteilte. Mehrere Gebäude seien überschwemmt und erheblich beschädigt worden, so dass sie einzustürzen drohten. Zahlreiche Fahrzeuge seien mitgerissen worden. Einige Orte hatten zeitweise keinen Strom. Die Sachschäden gingen in die Millionenhöhe, hiess es. Die Aufräumarbeiten liefen auf Hochtouren. Dabei habe ein Feuerwehrmann einen Stromschlag erlitten. Er wurde aber nicht lebensgefährlich verletzt.
Laut dem stellvertretenden Landrat des Zollern-Alb-Kreises, Matthias Frankenberg, wurden rund ein Dutzend Menschen verletzt. Mehrere Hunderte Menschen waren von den Unwettern betroffen und wurden in Sicherheit gebracht. In Schulen und Turnhallen wurden Notunterkünfte eingerichtet.
Lokführer schwer verletzt
Im Kreis Sigmaringen wurde ein Lokführer lebensgefährlich verletzt, als seine Regionalbahn zwischen Herbertingen und Bad Saulgau gegen mehrere entwurzelte Bäume fuhr, die auf der Bahnstrecke lagen. Zwei Fahrgäste erlitten leichte Verletzungen, wie die Polizei mitteilte. Der Lokführer hatte noch eine Schnellbremsung eingeleitet, konnte den Zusammenstoss aber nicht mehr verhindern.
Mindestens einer der quer liegenden Bäume traf die Front des Zuges auf Höhe der Windschutzscheibe. Der 57-jährige Zugführer wurde dabei eingeklemmt und schwer verletzt. Er musste mit dem Rettungshubschrauber ins Bundeswehrkrankenhaus Ulm geflogen werden. Die Reisenden leisteten dem Zugführer noch Erste Hilfe bis zum Eintreffen der Rettungskräfte.
Auch im Landkreis Esslingen östlich von Stuttgart richteten gestern Abend Gewitter grosse Schäden an. Hunderte Keller liefen voll, mehrere Strassen wurden überflutet, wie die Polizei mitteilte. Auf dem Stuttgarter Flughafen kam es zu erheblichen Verzögerungen.
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