US-Schiffe vor Burma ziehen ab

04. Juni 2008, 15:26

Die USA haben einen Abzug ihres Marineverbandes aus den Gewässern um Burma angekündigt, der nach dem verheerenden Zyklon humanitäre Hilfe leisten sollte.

Die US-Marine habe der Militärregierung in den vergangenen drei Wochen 15 Mal angeboten, bei der Versorgung zu helfen, sagt Admiral Timothy Keating. Man sei aber immer wieder abgewiesen worden.

Der Verband um die «USS Essex» werde nun die Region verlassen. Das Schiff ist speziell dafür gebaut, amphibische Landungen zu leiten, und verfügt über Helikopter, Landungsbote, Lazarette sowie Anlagen zur Trinkwassergewinnung.

Zwar wurden Hilfsgüter mit Frachtmaschinen des US-Militärs nach Rangun gebracht. Einen direkten Einsatz von amerikanischen Schiffen und Helikoptern in den am schlimmsten betroffenen Gebieten lehnen die burmesischen Generäle jedoch ab.

Das Welternährungsprogramm (WFP) bezeichnete die Weigerung der Generäle, nicht wenigstens die dringend benötigten US-Transporthubschrauber zu nutzen, als «wirklich bedauernswert». Sie seien für die Lieferung in schwer erreichbare Gebiete unersetzlich, sagt WFP-Sprecher Paul Risley in Bangkok. Auch Militärhelikopter befreundeter Nationen wie Thailand lassen die Generäle nicht ins Land. Anstatt kostenlos Hilfe zu bekommen, ist das WFP nun gezwungen, für rund 50 Millionen Dollar zivile Hubschrauber anzumieten. Für die Lebensmittelhilfe sind 70 Millionen Dollar eingeplant.

Junta fürchtet um Machtposition

Kritikern zufolge befürchtet die Junta, ein massiver internationaler Einsatz könne ihre Machtposition im Land in Gefahr bringen. Nach offiziellen Angaben kamen durch den Zyklon Nargis 134’000 Menschen ums Leben oder werden seither vermisst. Insgesamt sind schätzungsweise 2,4 Millionen Menschen von der Naturkatastrophe betroffen.

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