Ausland

Clement entschuldigt sich bei der SPD

07. August 2008, 16:00

Der frühere Minister Wolfgang Clement entschuldigt sich bei den Kollegen im deutschen Bundesland Hessen - nachdem die Partei entschieden hat, ihn auszuschliessen.

Als Hessen diesen Januar ein neues Parlament wählte, rief der SPD-Mann Wolfgang Clement öffentlich dazu auf, nicht Parteikollegin Andrea Ypsilanti zu wählen. Jetzt entschuldigt sich Clement: Hessische Parteifreunde seien möglicherweise in ihren Emotionen verletzt worden und hätten sich im Stich gelassen gefühlt. «Soweit das der Fall ist, möchte ich dafür mein Bedauern ausdrücken», sagte Clement am Donnerstag in Bonn. Er betonte, Mitglied der SPD bleiben zu wollen.

Die SPD klärt gegenwärtig vor einer Schiedskommission die internen Zwiste um die Wahl in Hessen. In diesem Zusammenhang war Clement von Parteifreunden zu mehr Selbstkritik ermahnt worden. Unter anderem hatten der bayerische Landeschef Franz Maget und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse an Clement appelliert, eigene Fehler zuzugeben. Beide vertreten die Ansicht, dass der öffentliche Aufruf Clements parteischädigend war und mit einer Rüge geahndet werden sollte.

Parteichef Beck will, dass Clement bleibt

SPD-Chef Kurt Beck begrüsste Clements Äusserungen. «Die heutige Erklärung von Wolfgang Clement ist ein gutes Signal.» Er fügte an: «Für ein gedeihliches Miteinander in einer Partei ist es wichtig, aufeinander zu zugehen.» Clements Erklärung sei «eine gute Grundlage für den weiteren Verlauf des Parteiordnungsverfahrens».

Beck deutete an, dass er sich einen Verbleib Clements in der SPD wünscht: «Dass Wolfgang Clement seine langjährige Erfahrung in die Diskussionen der SPD einbringt und seine politischen Ansichten vertritt, ist daher nicht nur sinnvoll, sondern erwünscht.»

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