Rätselraten um Favre
29. Mai 2007, 22:44In Berlin gehen viele davon aus, dass der Zürcher Meistermacher Hertha-Trainer wird. Beim FCZ will man davon nichts wissen.
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Wo war Lucien Favre heute? In Berlin, wenn man Zürcher Lokalradios und Medien in der deutschen Hauptstadt glauben will. Die Zürcher Radios meldeten, Favre sei am Morgen im Zürcher Flughafen gesehen worden. Er habe auf eine Maschine nach Berlin gewartet. Und in den Berliner Zeitungen von heute steht, dass sich der FCZ-Trainer gestern mit Vertretern von Hertha BSC in Berlin getroffen habe.
Allerdings gibt es dafür keine offizielle Bestätigung. Presseleute warteten den ganzen Tag am Flughafen und vor der Geschäftsstelle Herthas auf den möglichen neuen Trainer aus Zürich. Gesehen hat ihn keiner. Und aus der Führungsetage der Berliner um Manager Dieter Hoeness war nur zu vernehmen: «Zu der laufenden Trainersuche geben wir keinen Kommentar ab.»
In den späten Abendstunden soll dann in Berlin durchgesickert sein, dass sich Favre und Hoeness tatsächlich getroffen hätten, der Trainer sich alle Bedingungen und Vertragsdetails angehört und sich Bedenkzeit ausbedungen habe. Andere Quellen behaupten, dass sich Hoeness und Favre bereits am Pfingstmontag ausführlich unterhalten hätten.
«In den Ferien» und der Poleposition
Favre selbst war heute nicht erreichbar. Auch an der Nacht des Schweizer Fussballs im Berner Kursaal, wo er als Trainer des Jahres geehrt wurde, liess er sich entschuldigen. «Das war schon lange so vereinbart», sagt FCZ-Präsident Ancillo Canepa, «Favre weilt in den Ferien in der Toskana.» Am 13. Juni nimmt der FCZ das Training wieder auf. Mit Favre als Trainer? «Ich gehe davon aus», erklärt Canepa, «er hat einen Vertrag bis 2008.»Für den Präsidenten gibt es keine Anzeichen, dass Favre den FCZ vorzeitig verlassen könnte. Sie hätten bereits die mögliche Zusammensetzung der Mannschaft für die kommende Saison im Detail abgesprochen. Der Trainer wolle mit dem FCZ in die Champions League. «Er hat mir versichert, dies sei sein grosses Ziel.»
Es bestehen aber kaum Zweifel, dass bei Hertha Favre klarer Favorit für den Trainerposten ist. Neben ihm werden der bisherige Coach Karsten Heine und der Norweger Trond Sollied als Aussenseiter gehandelt. Der Belgier Eric Gerets, der heute bei Galatasaray Istanbul zurücktrat, ist offenbar kein Thema. Er ist in der Bundesliga in Kaiserslautern und Wolfsburg gescheitert. Gegenüber Berliner Medien liess Gerets verlauten, er habe aus Kreisen der Hertha-Führung gehört, dass der neue Trainer ein Schweizer sei.
Köln lässt Cabanas ziehen
Die Zukunft von Favre beim FCZ ist ungewiss, dafür ist beim Meister seit heute die Zuversicht gewachsen, Ricardo Cabanas von Köln verpflichten zu können. Die Kölner rechnen für die nächste Saison nicht mehr mit dem Schweizer Nationalspieler. Manager Michael Meier erklärt: «Cabanas hat uns klipp und klar gesagt, dass er in einem Klub gesetzt sein muss, um an der Euro 2008 teilzunehmen. Wir können ihm das nicht garantieren.»Im Mittelfeld des FCZ hätte Cabanas nach den Abgängen von Dzemaili und Margairaz mit Sicherheit einen Stammplatz. Aber die vertraglich festgelegte Summe, die an Köln bezahlt werden müsste, um Cabanas aus seinem bis 2010 laufenden Vertrag herauszulösen, ist den Zürchern (noch) viel zu hoch: 1,5 Millionen Franken.
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