Schweiz

Raffael geht, der Schwede Djuric kommt

08. Januar 2008, 16:19 – Von Ueli Kägi

Der 22-jährige Stürmer wechselt vom FC Zürich zu Hertha Berlin. Mit dem schwedischen Nationalspieler Dusan Djuric hat der FCZ ersten Ersatz gefunden. Er sucht nun noch einen Stürmer.

Möglichst viele Tore: Das erwartet Raffaels neuer alter Trainer Lucien Favre von seinem Stürmer.
Keystone Möglichst viele Tore: Das erwartet Raffaels neuer alter Trainer Lucien Favre von seinem Stürmer.

Am Sonntag telefonierte Hertha-Manager Dieter Hoeness wieder einmal mit der FCZ-Spitze. Es war das vorletzte Gespräch zwischen den beiden Klubs. Das letzte folgte gestern Montag. Und danach konnte der FCZ nicht nur die im vergangenen Sommer gestartete Transfergeschichte um den Brasilianer Raffael für beendet erklären, der nun zu Berlin mit Trainer Favre wechselt. Der FCZ gab auch gleich den ersten Ersatztransfer für seinen besten Stürmer bekannt (77 Meisterschaftspartien, 39 Tore).

Zweiter Schwede

Der Meister verpflichtete innert weniger Wochen und nach dem peruanischstämmigen Andrés Vasquez (20) einen zweiten Schweden. Der in Serbien geborene Dusan Djuric vom Halmstads BK unterschrieb einen Vertrag bis Sommer 2012. Der 23-Jährige, einsetzbar im rechten und zentralen Mittelfeld sowie als Stürmer, erzielte für seinen bisherigen Verein in 185 Partien 23 Tore. Er gehörte wiederholt zum Aufgebot der schwedischen Nationalmannschaft, kam bislang zwar nur in fünf Testspielen zum Einsatz, soll aber auf dem Sprung in die Stammformation sein. Auch die nächsten Tage verbringt Djuric mit dem Nationalteam auf Länderspielreise in Nordamerika und verpasst deshalb das FCZ-Trainingslager in Dubai, den Zürchern schliesst er sich erst danach an.

Der 1,80 Meter grosse und 73 kg schwere Djuric ist ein starker Techniker, «schnell und mit gutem Auge», wie FCZ-Sportchef Fredy Bickel beobachtet hat. In den vergangenen Monaten fiel er auf mit einigen wunderbaren Distanzschüssen und einer weniger geglückten Aktion: Er wurde am Steuer alkoholisiert von einer Streife gestoppt und verurteilt.

Weiterer Stürmer gesucht

Der FC Zürich wird in den kommenden Tagen versuchen, noch einen Stürmer zu verpflichten. Zum Kandidatenkreis gehört weiterhin der schnelle und 20-jährige Mohamed Amine Chermiti von Etoile du Sahel, der allerdings von mehreren grossen europäischen Klubs beobachtet wird und mindestens 5 Millionen Euro kostet. Der FCZ hat beim tunesischen Spitzenklub sein Angebot für Chermiti hinterlegt, Bickel rechnet jedoch nicht mehr unbedingt mit dem Zuschlag. Sie hätten aber noch «drei, vier Pisten offen», sagt Bickel. Denkbar ist auch, dass der FCZ seinen nächsten Angreifer erst im Sommer verpflichtet.

Nachdem Hoeness und FCZ-Vizepräsident René Strittmatter in den vergangenen Tagen wiederholt medial verbreitet haben, wie viel sie für Raffael höchstens bezahlen (4,5 Millionen Euro) und mindestens bekommen wollen (6 Millionen Euro), haben die Klubs nun etwas überraschend Stillschweigen über die finanziellen Bedingungen des Geschäfts beschlossen. Strittmatter, zusammen mit Präsident Ancillo Canepa Verhandlungsleiter auf Zürcher Seite, erklärt trotzdem: «Wir haben immer gesagt: Wenn die finanziellen Rahmenbedingungen im zweistelligen Millionenbereich erfüllt sind, dann können wir Raffael gehen lassen.» Dass der FCZ tatsächlich 6 Millionen Euro Ablösesumme erhält, glaubt im Umfeld der Hertha niemand. Die Berliner gehen von 5 Millionen Euro aus - wie auch immer die Modalitäten mit möglichen Abzahlungsvereinbarungen und allfälligen Beteiligungen bei einem Weiterverkauf des Stürmers aussehen.

Raffael reiste gestern Montag nach Berlin, um die medizinischen Tests zu absolvieren und sich mit der Hertha über seinen eigenen Vertrag einig zu werden. Das ist Formsache, Raffael ist der Wunschstürmer von Trainer Lucien Favre. Dieter Hoeness war gestern Nachmittag und nach Herthas Ankunft im Trainingslager auf Teneriffa trotzdem wieder einmal verärgert über den FCZ, weil dieser den Vollzug des Transfers zu früh vermeldet habe.

FCZ-Vorbereitung: 9. bis 20. Januar Trainingslager in Dubai. Testspiele: VfB Stuttgart (12. 1.), offener Gegner (16. 1.), Red Bull Salzburg (19. 1.), Nürnberg (23. 1., in Nürnberg), SC Freiburg (27.1., 15 Uhr, Letzigrund).

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