FCZ-Fans im Visier der Staatsanwaltschaft

05. Mai 2008, 15:02

Die Basler Staatsanwaltschaft hat nach den Vorfällen im Stadion St. Jakob ein Strafverfahren gegen Unbekannt wegen Gefährdung des Lebens eingeleitet.

Im Visier haben sie FCZ-Fans, die am Freitag 1000 Grad heisse Fackeln auf Basler Gäste warfen. Die Staatsanwaltschaft will die Täterschaft mit Szenenkennern der Zürcher Polizei ausfindig machen, sagte heute Mediensprecher Markus Melzl. Im Weiteren werden Videoaufnahmen und Fernsehbilder ausgewertet. Zudem sollen Matchbesucher ihre Bildaufnahmen den Ermittlungsbehörden zur Verfügung stellen.

Laut Melzl wird die Auswertung des Bildmaterials mehrere Wochen beanspruchen. Durch die Feuerwerkskörper wurden zwei Personen im Stadion verletzt.

Sieben Personen, die vor und nach dem Match an Ausschreitungen teilnahmen, müssen mit einem Verfahren wegen Landfriedensbruch, Gewalt gegen Beamte, Körperverletzung und Sachbeschädigungen rechnen. Diesen Personen seien mehrheitlich in der Region Basel wohnhaft, sagte Melzl.

Ruf nach Schnellrichtern

Peter Stadelmann, der Präsident der Swiss Football League, sagte in einem Interview mit der «Neuen Luzerner Zeitung», die Klubs könnten Situationen wie jene in Basel nicht lösen. Wenn pyrotechnische Materialien ins Spiel kämen, sei die Polizei gefordert. Diese müsse rasch und hart durchgreifen. Unruhestifter müssten sofort gepackt und sehr schnell verurteilt werden. Verfahren aufgrund von Videoaufzeichnungen seien zu zeitraubend.

Christian Kern, Geschäftsführer der Stadionbetreibergesellschaft «Basel United» sagte der «Basler Zeitung», die Gesetzesgrundlage müsse geändert werden. Wie in England brauche es Schnellrichter und die Polizei müsse «knallhart durchgreifen».

Dass die Polizei am Freitagabend den FCZ-Block nicht stürmte, hält Kern für richtig. Die Lage hätte dadurch völlig ausser Kontrolle geraten können.

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