Blatter stellt olympischen Fussball in Frage

07. August 2008, 14:31

«Dann können wir auch Strandfussball oder Fünf gegen Fünf spielen,» sagt Fifa-Präsident Blatter nach der Niederlage vor dem internationalen Sportgerichtshof.

24 Stunden vor dem Anpfiff der ersten Spiele in China hatte der CAS zugunsten der klagenden Klubs aus Deutschland und Spanien entschieden und die so genannte U23-Regel - eine Art Lex Fifa - für ungültig erklärt.

Eine Rückreisewelle setzte aber nicht ein. Brasilien durfte Rafinha (Schalke) und Diego (Werder) beim erfolgreichen Auftakt gegen Belgien (1:0) einsetzen. Lionel Messi, der Star-Regisseur von Barcelona, stand in der Startformation von Olympiasieger Argentinien.

Finanzielle Forderungen

Aus Vernunftsgründen erteilten die Klubs ihren Spielern ohne juristische Verpflichtung die Freigabe. Die Bundesligisten Werder, Schalke und Hertha Berlin kündigten aber an, den Verzicht auf die teuren Spieler an Bedingungen zu knüpfen. Die betroffenen Verbände haben mit finanziellen Forderungen zu rechnen.

Blatter verschuldete das Chaos mit unklaren Regelungen selber - auf dem international verbindlichen Kalender fehlt das olympische Turnier. In falscher Eile verbreitete Blatter nach dem CAS-Urteil fragwürdige Botschaften: «Wenn alle Nationalteams ihre Spieler verlieren, wenn die Clubs sie zwingen heimzufliegen, dann haben wir hier schlichtweg kein olympisches Fussballturnier. Dann können wir auch Strandfussball oder Fünf gegen Fünf spielen.»

Obschon der befürchtete Schneeballeffekt ausgeblieben ist, sprach Blatter von einem dramatischen Entscheid. Er schob zynisch nach: «Ist das die olympische Solidarität?» IOC-Präsident Jacques Rogge versprach derweil, dass die Problematik zwischen den beiden grossen Welt-Verbänden FIFA und IOC nach den Sommerspielen thematisiert wird.

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