Frauenkopf unter van Goghs «Grasgrond»

30. Juli 2008, 16:34

Wissenschaftler haben ein bislang verborgenes Bild des niederländischen Malers Vincent van Gogh sichtbar gemacht. Unter dem Werk «Grasgrond», das eine grüne Wiese zeigt, fanden sie ein Frauenporträt.

Das Frauenporträt, das unter dem Gemälde «Grasgrond» verborgen war.
Desy Das Frauenporträt, das unter dem Gemälde «Grasgrond» verborgen war.

Das übermalte, in dunklen Farben gehaltene Bild konnte am Hamburger Forschungszentrum DESY mit Hilfe einer speziellen Röntgentechnik in bisher unerreichter Detailgenauigkeit rekonstruiert werden, wie die Forscher heute mitteilten.

Das Werk «Grasgrond», das dem Kröller-Müller Museum im niederländischen Otterlo gehört, malte van Gogh 1887 in Paris. Vorangegangene Forschungsarbeiten hatten bereits die schwachen Konturen eines Kopfes hinter dem Gemälde erahnen lassen.

«Farbfoto» des Porträts

Um den Frauenkopf sichtbar zu machen, bestrahlten die Wissenschafter die das Porträt bedeckende Fläche von 17,5 mal 17,5 Zentimetern zwei Tage lang mit einem intensiven und sehr feinen Röntgenstrahl.

Die wieder abgegebene Strahlung der einzelnen Farbschichten - die Fluoreszenzstrahlung - wurde gemessen und analysiert. Aus den so gewonnenen Informationen errechnete ein Computer dann anschliessend ein «Farbfoto» des Porträts, das übermalt worden war.

Bilder häufig übermalt

Nach Angaben der internationalen Forschergruppe ist bekannt, dass Vincent van Gogh (1853-1890) häufig seine älteren Werke übermalte. Experten gehen davon aus, dass sich unter etwa einem Drittel seiner Bilder noch ein weiteres Werk verbirgt.

Die Rekonstruktion soll Kunsthistorikern helfen, die Entwicklung in van Goghs Werk besser zu verstehen. Die verwendete Technik sei auch für die Erforschung weiterer verborgener Bilder wegbereitend, teilte DESY mit. Das Deutsche Elektronen-Synchrotron (DESY) ist ein mit öffentlichen Mitteln finanziertes Forschungszentrum.

Schweiz

Meistgelesen in der Rubrik Schweiz

Die Top-Themen im

Neu: Alle Dossiers auf einen Blick

Lernpower

Schandflecken oder Denkmäler?

Thomas Minders Kampf gegen die Abzocker

Die Libyen-Affäre




© Tamedia AG 2010 Alle Rechte vorbehalten