Schweiz

McLaren-Mercedes verliert WM-Punkte

13. September 2007, 22:43

In der Spionage-Affäre sind dem Formel-1-Team McLaren-Mercedes sämtliche Punkte in der laufenden Konstrukteur-WM-Wertung aberkannt worden. Die Fahrer blieben unbehelligt.

Von Journalisten umzingelt: McLarens Teamchef Ron Dennis nach der Anhörung.
Keystone Von Journalisten umzingelt: McLarens Teamchef Ron Dennis nach der Anhörung.

Zusätzlich wurde dem Team vom Automobil-Weltverband FIA in Paris nach einer zehnstündigen Anhörung eine Busse in der Höhe von 100 Millionen Dollar aufgebrummt.

Die beiden in der WM-Wertung führenden Silberpfeil-Piloten Lewis Hamilton und Fernando Alonso dürfen ihre WM-Punkte behalten und damit weiter vom Titel träumen. In der Konstrukteurenwertung ist dagegen die Entscheidung zu Gunsten von Ferrari praktisch gefallen. «McLaren verliert alle Punkte und kann in dieser Saison auch keine mehr holen», sagte Max Mosley wenige Minuten nach der Urteilsverkündigung.

Die Scuderia, die bis heute 23 Punkte Rückstand auf McLaren-Mercedes aufgewiesen hatte, führt die Rangliste nun mit 57 Punkten Abstand auf das zweitplatzierte Team BMW-Sauber an. Zu gewinnen sind im Maximum noch 72 Punkte.

«Schock für alle im Team»

Der Motorsportchef von Mercedes-Benz, Norbert Haug, sprach nach dem Urteil von einem «Schock für alle im Team». In einer am Abend veröffentlichten Erklärung hiess es: «Wir kämpfen jetzt erst Recht mit aller Entschiedenheit weiter, um auf der Rennstrecke Antworten zu geben, wie zuletzt in Monza, und neben der Rennstrecke vor Gericht Gerechtigkeit zu finden.»

In einer ersten Anhörung am 26. Juli war McLaren-Mercedes aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. Inzwischen sollen neue Informationen über den E-Mail-Verkehr zwischen dem amtierenden Weltmeister Fernando Alonso und dem McLaren-Testpiloten Pedro de la Rosa vorliegen. Darin geht es laut Medienberichten um das Finetuning der Ferraris.

Der Spionage-Krimi war im Juni ins Rollen gekommen. Im Haus des inzwischen gefeuerten McLaren-Chefdesigners Mike Coughlan waren 780 Seiten mit sensiblen Daten über die Ferrari-Technik gefunden worden. Coughlan soll das Dossier von seinem Ferrari-Kollegen Nigel Stepney erhalten haben, auch er wurde entlassen.

WM-Stand

Der revidierte WM-Stand nach dem Urteil des FIA-Weltrates.

WM-Stand (13/17).
Fahrer:
1. Hamilton 92. 2. Alonso 89. 3. Räikkönen 74. 4. Massa 69. 5. Heidfeld 52. 6. Kubica 33 (12 Rennen). 7. Kovalainen 21. 8. Fisichella 17. 9. Wurz 13. 10. Rosberg 12. 11. Webber 8. 12. Coulthard 8. 13. Trulli 7. 14. Schumacher 5. 15. Sato 4. 16. Button 2. 17. Vettel 1 (4). 18. Barrichello 0. 19. Speed 0 (10). 20. Davidson 0. 21. Sutil 0. 22. Albers 0 (9). 23. Liuzzi 0. 24. Yamamoto 0 (3). 25. Winkelhock 0 (1).

Teams: 1. Ferrari 143. 2. BMW-Sauber 86. 3. Renault 38. 4. Williams-Toyota 25. 5. Red Bull-Renault 16. 6. Toyota 12. 7. Super Aguri-Honda 4. 8. Honda 2. 9. Toro Rosso-Ferrari 0. 10. Spyker- Ferrari 0. - Ausschluss: McLaren-Mercedes (166 Punkte).

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