Tierquälerei jetzt auch im Jura

08. August 2005, 23:05

Auf einer Weide im Kanton Jura ist eine verstümmelte Ziege tot aufgefunden worden. Nach Angaben der jurassischen Polizei wurde das Tier Opfer eines Perversen. Ob die Tat zur Serie von Tierquälereien in der Nordwestschweiz gehört, ist offen.

Der Kadaver wurde heute bei Movelier entdeckt, wie die Polizei mitteilte. Die weisse Saanen-Ziege hatte sich mit rund 50 anderen Tieren auf einer Weide befunden. Sie war am Wochenende gestorben, nachdem ihr das Euter abgetrennt worden war. Das Organ wurde vor Ort nicht gefunden. Die Polizei sucht Zeugen.

Ob ein Zusammenhang mit der Serie von Tierquälereien in der Nordostschweiz besteht, ist nicht klar. Weil der Kanton Jura bisher nicht betroffen gewesen sei, gebe es noch keine Absprachen mit den Polizeien der Nachbarkantone, sagte ein Sprecher der Polizei auf Anfrage. In den Kantonen Aargau, Solothurn, und Basel-Landschaft wurden bisher rund 30 Tiere auf brutale Weise misshandelt. Es handelte sich um Kühe, Schafe, Pferde, Katzen und Kaninchen. Die Untersuchungsbehörden gehen von einem sexuellen Motiv aus.

Die beteiligten Polizeikorps verhängten Ende Juli eine Informationssperre. Der Medienrummel habe «teilweise skurrile Formen angenommen» und die Ermittlungsarbeiten teilweise erschwert, wurde dieser Schritt begründet. Für Hinweise, die zur Festnahme der Täterschaft führen, ist mittlerweile eine Belohnung von rund 20'000 Franken ausgesetzt. Den Betrag teilen sich der Kanton Basel-Landschaft, der Schweizerische Tierschutz, der Bauernverband beider Basel und Privatpersonen.

Schweiz

Meistgelesen in der Rubrik Schweiz

Monumentales Bilderspektakel in Vevey

Schul-Spezial

«Woodtli, gönd ane und säged öppis»

Des Schweizers liebste Erinnerungen

Der Kachelmann-Prozess

Heiss umkämpfte Stühle

TA+: Bonus für die Leser



© Tamedia AG 2010 Alle Rechte vorbehalten