Schweiz

Nord-Süd-Achse unterbrochen

23. August 2005, 19:27

In der Zentralschweiz, im Berner Oberland, in der Ostschweiz und auf der Nord-Süd-Achse behindern die Unwetter Strassen- und Bahnverkehr massiv.

Bahnhof Interlaken Ost.
Bahnhof Interlaken Ost.
Der Streckenunterbruch zwischen Brunnen und Sisikon wegen eines Erdrutsches behindert den Personen- und Güterverkehr der SBB massiv. Nach deren Angaben bleibt die Gotthardlinie mehrere Tage unterbrochen.

Die Lötschbergstrecke ist ab Mittwochmorgen um etwa 6 Uhr sowohl für den Personenverkehr als auch für den Cargoverkehr wieder offen. Bereits heute Abend wird der Autoverlad Kandersteg-Goppenstein wieder reduziert angeboten.

Die SBB-Strecke Zürich-Chur wird wieder befahren.

Bahnhöfe unter Wasser
Neben überschwemmten, verschütteten oder unterspülten Schienenabschnitten stehen auch viele Bahnhöfe und technische Anlagen unter Wasser. Wo dies möglich ist, laufen die Aufräum- und Instandstellungsarbeiten auf Hochtouren. An mehreren Orten aber verhindern das Hochwasser oder die Erdrutschgefahr diese Arbeiten.

Der internationale Zugverkehr aus der Deutschschweiz nach Italien ist derzeit nur via Lausanne-Brig-Simplon möglich. Der Zugverkehr nach Österreich ist ebenfalls erheblich eingeschränkt: Die internationalen Züge werden über Deutschland umgeleitet.

Autobahnen gesperrt
Auch die Zufahrten zum Gotthardtunnel sind unterbrochen. Der Schwerverkehr wird über die San Bernardino-Route umgeleitet. Gemäss Viasuisse kam es am auf der A13 im Tessin zwischen Mesocco-Süd und dem San Bernardino-Tunnel zu einem 16 Kilometer langen Stau wegen Verkehrsüberlastung. Auch in der Gegenrichtung war der Verkehr überlastet. Zwischen Hinterrhein GR und dem San Bernardino-Tunnel bildete sich ein zehn Kilometer langer Stau.

In der Zentralschweiz ist die A2 Luzern-Gotthard zwischen Altdorf und Erstfeld in beiden Richtungen gesperrt. Auf der A3 Zürich Richtung Chur ist der Tunnel zwischen Weesen und Mühlehorn gesperrt. Die A4 ist wegen Hochwassergefahr zwischen Küssnacht und Brunnen in beiden Richtungen gesperrt.

Die A6 Bern Richtung Thun ist zwischen Muri und Kiesen wegen Überschwemmung unterbrochen. Die A8 ist zwischen Brünig-Pass und Lungern, zwischen Hergiswil und Giswil, zwischen Interlaken Ost und Brienzwiler sowie zwischen Interlaken-West und Interlaken Ost in beiden Richtungen gesperrt.

Unterengadin abgeschnitten
Gesperrt wurden die Engadinerstrasse von Susch bis Scuol, die Prättigauerstrasse zwischen Saas und Davos sowie die Flüelapassstrasse. Auch der Albulapass ist nicht mehr passierbar sowie verschiedene Verbindungswege in den am schwersten betroffenen Gebieten.

Die Rhätische Bahn stellte den Autoverlad am Vereina aus Sicherheitsgründen ein.

Weil die Tasnabrücke der RhB zwischen Ardez und Scuol weggespült wurde, wurde das Unterengadin von der Aussenwelt abgeschnitten, zumal auch die Strassen auf der österreichischen Seite beschädigt wurden.

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