Schweiz

400 Unfälle und 17 Verletzte

25. November 2005, 17:34

Der Wintereinbruch in tiefen Lagen hat zu teilweise chaotischen Verhältnissen auf Strasse und Schiene geführt. Gegen 400 Unfälle wurden registriert, 17 Personen wurden verletzt. In der Nacht wird es bitterkalt.

Heute Morgen in Genf.
Heute Morgen in Genf.
Erstmals im laufenden Winterhalbjahr fiel der Schnee auf der Alpennordseite überall bis in die Niederungen. Im Mittelland war die Schneedecke fünf bis zehn Zentimeter dick, im Jura lagen mehr als fünfzehn Zentimeter Schnee, wie MeteoSchweiz bekannt gab. Die Schneefälle schwächten sich im Laufe des Tages ab und verlagerten sich vom Flachland in die Alpen. Für die Nacht auf Samstag ist laut Angaben der Meteorologen klirrende Kälte bis minus acht Grad und erhöhte Glatteisgefahr angesagt. «Klassisches Winterwetter» stellte der Meteorologe Felix Schacher auch für die kommenden Tage in Aussicht.
Autofahrer ungenügend vorbereitet
Der Wintereinbruch sorgte für prekäre Strassenverhältnisse. Die Polizeistellen im Mittelland registrierten heute gegen 400 Verkehrsunfälle. Mindestens 17 Personen wurden verletzt, die meisten von ihnen leicht. Allein im Kanton Bern gab es sieben Verletzte, im Kanton St. Gallen waren es fünf. Schwere Verletzungen erlitt ein Mann bei Lütisburg im Kanton St. Gallen, als sein Fahrzeug auf der mit Schneematsch bedeckten Strasse ins Rutschen geriet und in ein Tobel stürzte.

Bei den meisten Unfällen blieb es aber bei Blechschäden. In den Kantonen Bern und Zürich sowie in der Romandie wurden je rund 100 Unfälle gemeldet, im Kanton Aargau waren es 30. Die tatsächlichen Unfallzahlen dürften aber um einiges höher sein, wie Martin Sorg von der Zürcher Kantonspolizei erklärte.

SBB: Dreistündige Blockade in Brugg (AG)
Offenbar waren viele Autofahrer ungenügend auf den Winter vorbereitet. Zahlreiche Unfallautos seien mit Sommerreifen unterwegs gewesen, sagte Peter Abelin von der Berner Kantonspolizei. Zudem hätten einige Automobilisten die Geschwindigkeit nicht den Strassenverhältnissen angepasst.

Auf dem Streckennetz der SBB kam es wegen der Schneefälle teils zu erheblichen Verspätungen und Zugsausfällen. Der Verkehrsknoten Brugg musste während fast drei Stunden stillgelegt werden, wie SBB-Sprecher Christian Ginsig sagte. Es kam zu Zugsausfällen und Verspätungen. Betroffen waren auch die Kantone Waadt und Wallis, wo Schnee und eine eisige Bise zahlreiche Weichen blockierten.

Bis eineinhalb Stunden Verspätung im Flugverkehr
Im Flugverkehr ab Zürich und Genf kam es wegen Schneeräumungs- und Enteisungsarbeiten ebenfalls zu Behinderungen. Die Flugzeuge der Swiss hatten am Morgen durchschnittlich eineinhalb Stunden Verspätung.

Vereinzelt sorgte der Schneefall auch für Stromunterbrüche. Im Aaretal zwischen Bern und Thun fiel in der Nacht in sechs Gemeinden während knapp einer Stunde der Strom aus, wie die BKW FMB Energie AG bekannt gab.

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