Wetter lindert Luftverschmutzung durch Feuerwerk
02. Januar 2006, 12:27Feuerwerk hat die Luft auch an diesem Jahreswechsel in weiten Teilen der Schweiz belastet. Im Unterschied zu früheren Jahren und zur Lage am 1. August ist der Grenzwert der Feinstaubbelastung der Luft aber nur im Tessin überschritten worden.
Die Belastung der Luft mit Feinstaub (PM10) wird an 13 der 16 Stationen des Nabel-Messnetzes des Bundes erfasst. Über dem Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter, der gemäss Luftreinhalte-Verordnung nur einmal pro Jahr überschritten werden darf, lag die Verschmutzung am Neujahrstag bloss im Tessin, und zwar bei 83 Mikrogramm in Magadino-Cadenazzo und bei 64 Mikrogramm in Lugano. Das Feuerwerk dürfte hier allerdings kaum eine Rolle gespielt haben, zeigt doch der Tagesverlauf eine kontinuierliche Überschreitung des Grenzwerts. Das Tessin ist nach den Erkenntnissen der Umweltexperten des Bundes besonders vom Feinstaub betroffen, unter anderem wegen der Zufuhr von stark belasteter Luft aus der Po-Ebene und wegen der häufigen meteorologischen Inversionslagen.Das heisst aber nicht, dass an Silvester dieses Jahr weniger Raketen und Kracher in den Himmel gestiegen sind als in früheren Jahren. Vielmehr dürfte das Wetter mit Regen und Wind die schädlichen Folgen des Feuerwerks auf der Alpennordseite gemildert haben. Der Blick auf die Stundenwerte des Nabel-Messnetzes zeigt in den städtischen Regionen aber grosse Ausschläge in den ersten Stunden des Neujahrstags, die den Folgen des Feuerwerks zuzuschreiben sind.
So schnellte die Feinstaubbelastung in Zürich von 23,1 Mikrogramm in der letzten Stunde des alten Jahres auf 158,7 Mikrogramm im der ersten Stunde des neuen Jahres. In Dübendorf (ZH) war der Sprung vor und nach Mitternacht noch grösser, nämlich von 18,3 auf 165,6 Mikrogramm. Auch an der Messstation Basel-Binningen stieg die Belastung in der Nacht zum neuen Jahr sprunghaft an, und zwar von 27,8 auf 109,3 Mikrogramm.
Feinstaub gilt als besonders heimtückischer Schadstoff, der chronischen Husten, Bronchitis, Asthma, Lungeninfektionen und Lungenkrebs auslösen kann. Die geltenden Grenzwerte werden in der Schweiz sowohl im Jahresmittel wie auch beim Tagesdurchschnitt regelmässig überschritten. Damit die Grenzwerte eingehalten werden können, müssten laut Bundesamt für Umwelt rund 50 Prozent der PM10-Emissionen und etwa 50 Prozent der Vorläufer-Emissionen reduziert werden.
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