Schweiz

Luft wird kaum noch besser

05. Januar 2006, 16:39

Die Luftqualität in der Schweiz verbessert sich nur noch langsam. Die Schadstoffbelastungen waren 2005 ähnlich hoch wie im Vorjahr. Am meisten Probleme bereiteten weiterhin Ozon, Stickstoffdioxid und Feinstaub.

Smog im Rhonetal.
Smog im Rhonetal.
Die Grenzwerte wurden zum Teil massiv überschritten, wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) heute miteilte. Die Verbesserung der Luftqualität hat sich verlangsamt, weil die ergriffenen Luftreinhaltemassnahmen nicht mehr so stark wirken wie zu Beginn, wie Urs Nyffeler vom Bafu sagte.

Durchschnittlich liegen die vom Nabel-Messnetz ermittelten Schadstoffwerte für 2005 im Bereich des Vorjahres, jedoch deutlich unter dem Rekordjahr 2003. Eine massive Verbesserung wie in den 90er-Jahren ist nicht mehr in Sicht

Stark war erneut die Ozonbelastung, vor allem in der Südschweiz. In Lugano wurde der Grenzwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter an 106 Tagen überschritten, in Magadino enthielt die Luft immerhin noch an 93 Tagen zu viel Ozon. Auf dem Chaumont war die Ozon-Konzentration an 77 Tagen zu hoch, in Zürich an 50 Tagen. Relativ gut kamen die Bewohner von Davos weg - sie waren an sieben Tagen zu stark durch Ozon belastet.

Zuviel Feinstaub
Auch der Feinstaub-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter wurde häufig nicht eingehalten. An 50 Tagen davon betroffen waren Bern und Magadino, an 45 Tagen Lugano und an 29 Tagen Härkingen. Im Vergleich dazu wurden die Stickstoffdioxid-Werte selten überschritten: An acht Tagen wurden in Bern, an sechs Tagen in Härkingen und an einem Tag in Zürich mehr als die erlaubten 80 Mikrogramm pro Kubikmeter registriert.

Laut Nyffeler haben kurzfristige Schwankungen der Schadstoff-Konzentrationen unterschiedliche Ursachen. Neben dem eigentlichen Ausstoss habe auch das Wetter einen entscheidenden Einfluss. Deswegen seien im Hitze-Jahr 2003 Rekordwerte gemessen worden. Zudem spiele die weltweite Entwicklung eine Rolle. Der globalen Zunahme der Ozonbelastung könne sich auch die Schweiz nicht entziehen.

Um der Verbesserung der Schweizer Luft neuen Schwung zu verleihen, wären laut Nyffeler vor allem technische Massnahmen geeignet. Die Russbelastung könnte etwa mit Filtern wirksam bekämpft werden. Eine weitere Reduktion der Feinstaubwerte wäre mit einer Reduktion so genannter Vorläufergase wie Ammoniak, Stickoxid und Schwefeldioxid zu erreichen.

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