Kochen unter Zeitdruck

09. Januar 2006, 15:36

Das Abendessen muss schnell zubereitet und nicht besonders abwechslungsreich sein. Laut einer repräsentativen Umfrage bevorzugen die Deutschschweizer eine kalte Platte, die Romands und Tessiner eine Suppe.

Schweizer Kochtöpfe: Die Zeit, die Ideen und die Risikobereitschaft fehlen.
Schweizer Kochtöpfe: Die Zeit, die Ideen und die Risikobereitschaft fehlen.
51 Prozent der Deutschschweizer und 52 Prozent der Westschweizer wollen ihr Mahl innert 20 Minuten auf dem Tisch haben. Bei den Tessinern lässt sich nur ein Drittel dazu drängen. 43 Prozent von ihnen nehmen bis zu 40 Minuten Vorbereitungszeit in Kauf.

Dies zeigt eine am Montag in Zürich präsentierte Umfrage, die vom Meinungsforschungsinstitut LINK im Auftrag der Firma Knorr durchgeführt wurde.

Suppe und «Kalte Platte»
Unter den Sprachregionen gibt es auch menuemässig Unterschiede: So komme in der West- und Südschweiz zum Nachtessen häufiger eine Gemüsesuppe auf den Tisch, während die Deutschschweizer eher «eine kalte Platte» mit Fleisch und Wurst vorzögen, sagte Christof Buri von LINK.

In der lateinischen Schweiz wird auch ausgiebiger und varientenreicher gegessen. Dreigang-Menus mit Vorspeise und Dessert sind laut Buri dort verbreiteter. Tessiner und Romands ässen auch mehr Poulet und Fleisch. Spaghetti und Risotto schlagen in der Südschweiz erwartungsgemäss obenaus.

Ob sich Tessiner und Romands deswegen auch gesünder ernähren, kann die Studie nicht abschliessend klären. Gemäss Buri wurden weder die gegessenen Mengen noch die Getränke zum Abendessen erhoben. Die «Nationalspeisen» Rösti, Raclette und Fondue werden in allen Landesteilen etwa gleich häufig konsumiert.

Weniger Fertiggerichte als erwartet
Obwohl das Abendessen rasch zubereitet werden muss, liegen Fertigmahlzeiten nicht im Trend: Nur 10 Prozent der Gerichte sind nach Angaben der Befragten fertig zubereitet oder stammten vom Take- Away-Laden.

Die Studie zeigt auch, wie in den Kochtöpfen der Schweizerinnen und Schweizer Wunsch und Wirklichkeit auseinanderklaffen: So gibt eine Mehrheit an, dass sie gerne ihre Menüs variieren würde. Dazu fehlten ihnen aber die Zeit, die Ideen und die Risikobereitschaft.

Ebenfalls häufig wurde auf dem Fragebogen angekreuzt, man achte auf gesunde Ernährung. Trotzdem esse aber ein Drittel der Befragten keine vitaminreichen Produkte, heisst es in der Umfrage weiter.

Die Resulate basieren auf einer am 30. November in der ganzen Schweiz durchgeführten Umfrage. Die Frage «Was kommt heute abend auf den Tisch?» wurde in 11’095 Haushalten gestellt. 4819 Fragebogen oder 43 Prozent wurden beantwortet zurückgesandt.

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