Schweiz

Swissmedic in der Kritik

15. Januar 2006, 19:27

Die Schweizer Anbieter von Alternativ-Medikamenten schlagen Alarm: Sie befürchten, dass 2500 Heilmittel verschwinden und 160 Stellen verloren gehen, weil die Zulassungsbehörde Swissmedic die Gebühren verzehnfachen wolle.

Momentan verpflichte das Heilmittelgesetz Swissmedic, Heilmittel der Komplementärmedizin nach einem vereinfachten Verfahren zuzulassen, teilte der Schweizerische Verband für Komplementärmedizinische Heilmittel (SVKH) heute mit. Gründe dafür seien die hohe Sicherheit dieser Medikamente und die langjährige Erfahrung damit.
Kleinere Auswahl
Nun aber plane Swissmedic, die Zulassungsbestimmungen «massiv zu verschärfen». Die Gebühren würden um «mindestens das Zehnfache» steigen, falls die geplante Gebührenverordnung nicht angepasst werde, schreibt der SVKH.

Die Folgen davon wären für die 24 Mitglieder des Verbandes dramatisch. Das habe eine Umfrage gezeigt. «2500 bewährte und sichere Heilmittel verschwinden vom Markt, weil die Zulassung zu aufwändig und teuer wird».

Dies hätte laut dem Verband Auswirkungen auf Ärzte, Therapeuten und Patienten. Deren Wahlmöglichkeiten nähmen nämlich ab. Zudem würden viele Heilmittel auf dem Schwarzmarkt landen, was die Arzneimittelsicherheit gefährde.

10 Millionen Umsatzeinbusse
Die Mitgliederfirmen rechnen laut SVKH mit Umsatzeinbussen von 8 bis 10 Millionen Franken pro Jahr. Das entspricht beinahe 10 Prozent des Umsatzes im Inland, den der Verband mit 112 Millionen Franken angibt. Im Ausland setzen die 24 Firmen zudem mit komplementärmedizinischen Heilmitteln 40 Millionen Franken um.

Sechs Firmen geben an, wegen der erhöhten Gebühren ganz schliessen zu müssen. 50 Menschen würden ihre Stelle verlieren. Die übrigen Firmen müssten wegen des kleineren Umsatzes weitere 110 Personen entlassen.

Der SVHK fordert von Swissmedic, auf die Gebühren-Explosion zu verzichten. Swissmedic müsse den Willen des Gesetzgebers nach einer vereinfachten Zulassung für Alternativ-Medikamente anwenden. Nicht die Heilmittelbehörde, sondern das Parlament habe die Hürden für eine Zulassung festzusetzen. Bei Swissmedic war heute für eine Stellungnahme niemand zu erreichen.

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