Zwei Todesopfer durch Lawinen
22. Januar 2006, 17:46Bei Lawinenunfällen in den Flumserbergen und im Gantrischgebiet sind gestern zwei Menschen getötet worden. Die Zahl der Lawinenopfer in diesem Winter hat sich damit auf sechs erhöht.
Der Lawinenunfall in den Flumserbergen im Kanton St. Gallen hätte noch dramatischer ausgehen können. Die elfköpfige Gruppe eines Skiclubs aus der Region von Lörrach hatte die Lawine westlich des Leist beziehungsweise Sächsmoor ausserhalb der markierten Pisten zwischen 15 und 16 Uhr selbst ausgelöst.Nach Angaben der Polizei wurde die gesamte Gruppe von den Schneemassen erfasst und teilweise verschüttet. Bis auf einen 44-jährigen Mann konnten sich alle Verschütteten aus eigener Kraft befreien, drei von ihnen allerdings mit leichten Verletzungen.
Späte Meldung des Vermissten
Unerklärlich war laut einem Polizeisprecher die späte Alarmierung der Gruppe, die angeblich von einem erfahrenen Tourenleiter angeführt wurde. Erst um 17 Uhr sei ein Vermisster gemeldet worden. Die Rettungskräfte hätten den Verschütteten eine knappe Stunde später orten und aus den Schneemassen befreien können. Für den Mann kam aber jede Hilfe zu spät. Das Untersuchungsamt Uznach hat eine Untersuchung zur Klärung der Umstände angeordnet.Todesopfer im Kanton Bern
Zum zweiten tödlichen Lawinenunfall kam es gestern am Nachmittag im Gantrischgebiet im Kanton Bern. Vier Männer und zwei Frauen begaben sich laut einer Mitteilung der Berner Behörden um 16 Uhr auf die Abfahrt vom Ochsen in Richtung Stierenberg.Auf einer Höhe von rund 1800 Metern löste die Frau, die an vierter Position fuhr, eine Lawine aus und wurde von dieser mitgerissen. Dank dem mitgeführten Ortungsgerät habe die Verschüttete relativ rasch gefunden werden können. Ein Arzt der Schweizerischen Rettungsflugwacht habe aber nur noch den Tod der 52-jährigen Französin feststellen können.
Im Gebiet von Poschiavo im Kanton Graubünden verunglückte gestern zudem ein 47-jähriger Skitourenfahrer tödlich. Er hatte sich von seinen beiden Begleitern getrennt, um alleine die Talabfahrt in Angriff zu nehmen. Dabei sei er im Gebiet das Piz Canciano so unglücklich gestürzt, dass er mit dem Kopf heftig auf die Skispitze prallte und sich dabei tödliche Verletzungen zuzog.
Warnung vor weiteren Lawinen
Das Eidgenössische Institut für Schnee- und Lawinenforschung warnte am heutigen Abend nach wie vor vor einer teilweise erheblichen Lawinengefahr zum Wochenbeginn. Die Gefahr nehme vor allem in den Nordhängen nur sehr langsam ab.Schweiz
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