Schweiz

Road Pricing ist machbar

26. Januar 2006, 17:04

Das Bundesamt für Strassen hält Road Pricing mittel- und langfristig für einen «interessanten Ansatz». Es hat auch schon Ideen zur Umsetzung. Im Raum Zürich könnten bis zu 500 Millionen Franken eingenommen werden.

SVP und FDP wollen Milliarden in Zürcher Strassen investieren.
SVP und FDP wollen Milliarden in Zürcher Strassen investieren.
Die Erhebung von Strassenzöllen ist in der Schweiz technisch machbar. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die unter Federführung des Bundesamts für Strassen (Astra) gemacht wurde.

Vier fiktive Fallstudien wurden dort durchgeführt, «wo der Druck am grössten ist», wie Martin Buck von der Vereinigung der Schweizerischen Verkehrsingenieure erklärte: am Gotthardtunnel, auf dem Autobahnabschnitt Augst-Basel, in der Agglomeration Zürich sowie für flächendeckende Abgaben.

Kein Ersatz für Autobahnvignette
Für eine landesweite flächendeckende Kilometerabgabe für alle Strassen, welche die Autobahnvignette ersetzen könnte, seien die technischen Voraussetzungen heute noch nicht gegeben. «Das ist Zukunftsmusik in einem Zeitraum von sicher zwanzig Jahren», sagte Martin Maibach vom Beratungsbüro Infras.

Technisch grundsätzlich gut umsetzbar wäre hingegen die Erhebung von Strassenzöllen in der Agglomeration Zürich. Die generierbaren Bruttoeinnahmen wären beträchtlich: gemäss ersten Schätzungen je nach Variante 150 Millionen (nur Stadtzone) bis 500 Millionen Franken (Mehrzonenmodell). Zum Einsatz käme Nahfunk- und Videotechnologie.

Grundsätzlich machbar wäre auch die Erhebung einer Gebühr am Gotthardtunnel für den Autoverkehr, folgert die Studie. Ein Mischkonzept mit manuellen (Automaten) und elektronischen Zahlspuren wäre hier das beste, finden die Autoren.

Sonderstreifen
Für ein so genanntes «Value Pricing» käme auf dem A2-Abschnitt Augst-Basel der äusserste linke Fahrstreifen in Betracht. Auf dem Sonderfahrstreifen dürften nur Fahrzeuge zirkulieren, die eine kostenpflichtige Benutzungsberechtigung erworben haben. Solche «Value Spuren» finden sich in den USA in diversen Grossräumen.

Über die Zahlungsbereitschaft von Automobilisten bezüglich Strassenbenützungsabgaben fehlen gegenwärtig quantitative Angaben. Diese Lücke wird im Forschungspaket «Mobility Pricing» des Astra geschlossen. Resultate würden bis Ende 2006/Anfang 2007 vorliegen.

Keine Rechtsgrundlage
Das Astra erinnerte auch daran, dass die heutige Rechtsordnung, abgesehen von einzelnen Ausnahmen, eine mögliche Umsetzung der Erhebung von Strassenzöllen verhindere. Ob solche Instrumente politisch tragbar wären, werde erst die Diskussion zeigen.

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