Schweiz

Euro 08: Geschenk für Spielorte

28. Januar 2006, 10:04

Die zuständige Nationalratskommission will den vier Austragungsorten der Euro 08 ein Geschenk machen: Die Städte Basel, Bern, Zürich und Genf sollen sich nicht an den Sicherheitskosten beteiligen müssen.

Für den Alkoholverkauf sollen während des EM-Turniers keine Einschränkungen gelten.
Für den Alkoholverkauf sollen während des EM-Turniers keine Einschränkungen gelten.
Der Bund soll sich mit 82,5 Millionen Franken an der Durchführung der Euro 08 beteiligen. Die zuständige Nationalratskommission hat den vom Bundesrat beantragten Kredit um 10,5 Millionen aufgestockt.

Bei der Behandlung der Euro 08 in der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) überwog eine grosse Freude, wie Kommissionspräsidentin Kathy Riklin (CVP/ZH) heute vor den Medien in Bern sagte. Eintreten auf die Vorlage war unbestritten.

Der Rückweisungsantrag der Grünen, die einen gerechteren Verteilschlüssels zwischen Bund und Kantonen forderten und die Veranstalterin zur Übernahme sämtlicher Sicherheitskosten verpflichten wollten, wurde mit 21 zu zwei Stimmen abgelehnt. Keine Chance hatten auch mehrere Kürzungsanträge.

Mit 16 zu sechs Stimmen hiess die WBK hingegen einen Antrag von Martine Brunschwig Graf (Lib/GE) gut, wonach der Bund die Sicherheitskosten der Austragungsorte in der Höhe von 10,5 Millionen Franken übernehmen soll. Gemäss Riklin verlangten die Städte vom Bund 17 Millionen an ihre Projektkosten, sie hätten diese aber nicht ausweisen können. Der entsprechende Antrag wurde mit elf zu acht Stimmen abgewiesen.

Da die Kosten im Sicherheitsbereich fundiert seien, habe die Kommission stattdessen entschieden, diese dem Bund zu übertragen. Dass die Uefa Beiträge an die Sicherheit ausserhalb der Stadien bezahlt, ist laut Riklin gemäss den Verträgen nicht möglich. Hingegen werde der Schweizerische Fussballverband allenfalls 1,5 Millionen Franken beisteuern.

Riklin: Keine Wiederholung des Expo-Szenarios
Auch wenn die Kosten der Euro für den Bund in der ersten Botschaft von 2002 noch auf 3,5 Millionen beziffert worden waren und nach dem Kommissionsbeschluss bei 82,5 Millionen Franken liegen, fürchtet Riklin keine Wiederholung des Expo-Szenarios. «Wir hoffen, dass es die letzte Botschaft ist, die wir erhielten», sagte sie.

Der Bundesrat müsse die WBK halbjährlich informieren. Sportminister Samuel Schmid habe zugesichert, die Reserven von zehn Millionen Franken nur unter strikten Bedingungen anzutasten. Die Kommission verabschiedete das Geschäft mit 15 zu null Stimmen bei sechs Enthaltungen. Das Plenum wird sich in der Frühjahrssession mit sechs Minderheitsanträgen befassen müssen.

Insgesamt belaufen sich die Kosten der öffentlichen Hand für die Euro 08 auf rund 182 Millionen Franken. 65 Millionen entfallen auf die Sicherheit, knapp die Hälfte davon für Personalkosten.

Die Euro 08 wird gemeinsam mit Österreich durchgeführt. Sie beginnt am 7. Juni 2008 in Basel. Der Final findet am 29. Juni 2008 in Wien statt. Von den 31 Spielen finden 15 in der Schweiz statt: 6 im «Joggeli» in Basel und je 3 in Zürich (Letzigrund), Bern (Stade de Suisse) und im Stade de Genève.

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