Feinstaub: Starker Anstieg
29. Januar 2006, 10:19Die Luftverschmutzung mit dem gesundheitsgefährdenden Feinstaub ist am Wochenende auf der Alpennordseite wieder massiv angestiegen. Am stärksten betroffen waren die Städte Bern, Lausanne und Basel.
In Bern wurde der zulässige 24-Stunden-Mittelwert von 50 Mikrogramm Feinstaub (PM10) gestern mit 125 Mikrogramm um das Anderthalbfache überschritten, wie den Messungen des Bundesamts für Umwelt (BAFU) zu entnehmen ist. 111 Mikrogramm wurden in Lausanne gemessen, und auch in Basel waren es mit 106 Mikrogramm mehr als doppelt so viel, wie die Luftreinhalteverordnung zulässt.Auch die anderen fünf Stationen im Flachland der Alpennordseite wiesen Grenzwertüberschreitungen auf. Einzig die Südschweiz konnte nach dem grossen Schnee aufatmen: Seit Freitag wurde der Grenzwert in Lugano und in Magadino im Tagesmittel nicht mehr überschritten.
Hohe Januar-Messwerte
Während die Messwerte des Sonntags im Norden auf keine Verbesserung der Luftqualität auf der Alpennordseite hindeuteten, zeigen die historischen Daten schon jetzt, dass die Feinstaubverschmutzung im Januar 2006 massiv über den beiden vorangegangenen Jahren lag. Der Grenzwert von 50 Mikrogramm wurde in Bern und in Magadino seit Jahresbeginn bereites an 18 Tagen überschritten. Im Januar 2005 waren es in Bern zwölf Tage und in Magadino 13 Tage gewesen; 2004 zehn beziehungsweise neun Tage. 17 Grenzwertüberschreitungen wurden dieses Jahr bisher in Lausanne verzeichnet, 15 in Zürich, 14 in Härkingen (SO) und zwölf in Basel. In den vergangenen beiden Jahren war der Grenzwert an diesen Stationen nur vereinzelt überschritten worden.Der Blick auf die einzelnen Messwerte zeigt ferner, dass das Ausmass der Überschreitungen viel grösser war. War die Schwelle von 100 Mikrogramm weder 2004 noch 2005 im Januar je erreicht worden, kam es dieses Jahr drei Tage vor Monatsende bereits zu 19 Ausreissern auf oder über den 100-Mikrogramm-Wert hinaus. Der bisherige Rekord dieses Jahres betrifft die Messstation am Autobahnkreuz Härkingen, wo am 14. Januar ein Tagesmittel von 133 Mikrogramm verzeichnet worden war. Laut der Luftreinhalteverordnung dürfte der Grenzwert im Tagesmittel höchstens einmal pro Jahr über 50 Mikrogram liegen.
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