Afghanistan und Vietnam überholen die Schweiz
31. Januar 2006, 10:37Die Schweiz liegt mit einem Frauenanteil von 25 Prozent im Nationalrat auf Rang 27 der «Frauen im Parlament»-Länderliste der Interparlamentarischen Union. Vor Jahresfrist hatte sie Platz 22. Vor allem Entwicklungsländer haben aufgeholt.
Mehr als einen Drittel Frauen weisen unter anderem die Parlamente der Niederlande, Argentiniens, Kubas, Spaniens, Costa Ricas, Mozambiques, Belgiens und Österreichs auf. Letzteres liegt mit 33,9 Prozent auf Platz 12. Deutschland kommt mit 31,8 Prozent auf Rang 16.
Drittweltstaaten holen auf
Die Schweiz hat, trotz wachsendem Frauenanteil, in den letzten Jahren Ränge eingebüsst. 2004 war sie auf Platz 22, 1999 mit 22,5 Prozent Frauen im Nationalrat auf Platz 14. Sie wurde von mehreren Drittweltländern überholt - wie Burundi (30,5 Prozent) oder Afghanistan, Vietnam und Namibia (je rund 27 Prozent Frauenanteil).Einen tieferen Frauenanteil als die Schweiz in der Volkskammer haben Liechtenstein (24), Grossbritannien (19,7), die USA (15,2), Frankreich (12,2) und Italien (11,5 Prozent).
Tiefe Frauenanteile haben auch die meisten Länder des früheren Ostblocks (Polen 20,4, Russland 9,8 Prozent) sowie die arabischen Staaten: Hier liegt der Frauenanteil im Schnitt bei 7 Prozent, immerhin rund doppelt so hoch wie vor zehn Jahren.
Keine Frauen gab es 2005 laut IPU-Liste in den die Parlamenten von Saudiarabien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten, sowie von einigen Pazifik-Inselstaaten.
Wiederanstieg des Frauenanteils
Der weltweite Frauenanteil in nationalen Parlamenten war mit der Auflösung des Ostblocks 1989/90 von knapp 15 auf 11 Prozent gefallen. Seit der Weltfrauenkonferenz in Peking 1995 ist er wieder am steigen.Laut IPU-Liste lag der weltweite Durchschnitt Ende 2005 bei 16,2 Prozent - 16,4 Prozent in den Volkskammern, 15,2 Prozent in den Oberhäusern oder Senaten (der Schweizer Ständerat hat einen Frauenanteil von knapp 24 Prozent).
Im EU-Parlament lag der Frauenanteil bei 30,3 Prozent. Die Parlamente der industrialisierten OECD-Staaten wiesen einen Schnitt von 19 Prozent auf.
Schweiz
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