Martys Protest gegen Calmy-Rey

05. Februar 2006, 10:34

Der Tessiner Ständerat Dick Marty ist aus Protest gegen einen Entscheid von Aussenministerin Micheline Calmy-Rey aus der Kommission für die Rekrutierung von Diplomaten ausgetreten. Calmy-Rey hatte sechs ausgewählte Männer aus Quotengründen nicht berücksichtigt.

Dick Marty.
Dick Marty.
Die Kommission selber hatte nach dem regulären Auswahlverfahren 14 Personen, darunter 4 Frauen, als geeignet für die diplomatische Laufbahn erachtet. Um die Parität von Männern und Frauen zu gewährleisten, habe Calmy-Rey danach entschieden, nur je vier Kandidaten zu berücksichtigen, bestätigte Marty eine Meldung in der «NZZ am Sonntag».

Im Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hiess es auf Aufrage, die ausgewählten Dossiers würden immer der Departements-Vorsteherin vorgelegt. In diesem Fall habe Calmy-Rey den Entscheid gefällt, «um den Frauenanteil im diplomatischen Corps zu erhöhen», sagte EDA-Sprecher Lars Knuchel.

Für Dick Marty (FDP/TI) ist dies «eine krasse Ungerechtigkeit gegenüber den männlichen Kandidaten, die wir als sehr valabel betrachtet haben». Während des ganzen Auswahlverfahrens sei auch nie gesagt worden, dass die Parität gewährleistet sein müsse.

Zwei weitere Austritte
Ausserdem seien nicht mehr geeignete Frauen zur Verfügung gestanden. Und auch das Parlament habe sich immer gegen eine absolute Quotenregelung ausgesprochen.

Gemäss Marty ist die Auswahl der Diplomaten-Aspiranten sehr aufwändig. Allein das Studium der Dossiers habe eine Woche gedauert. Einen solchen Entscheid im Nachhinein zu fällen, sei falsch. Neben Marty traten auch die beiden Professoren Pierre de Senarclens und François Hainard aus der Kommission zurück.

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